Für alle, die in den Ferien NICHTS mitkriegen wollen

Urlaub! Ferien!! 36° im Schatten in Köln! Da gibt es nichts anderes als Ferienmachen. Das ist alternativlos, würde Angela Merkel sagen. Sagt sie ja gern. Damit hat sie das "Unwort des Jahres 2010" geschaffen. Das Unwort des Jahres 2017 ist... nein! Nicht die Schöpfung "wirkungsgleich" von Horst Seehofer. Obwohl auch das diesen Preis verdient hätte. 
Aber immerhin können CDU und CSU auf diese Art und Weise zumindest sprachlich wieder verschmelzen. Ihre Zusammenarbeit ist jetzt erneut wie stets zuvor alternativgleich und wirkungslos. 
Da freuen wir uns!

Alternative Fakten

Das ist das Unwort des letzten Jahres. Wieso eigentlich "Unwort"? Das ist doch eine Bereicherung! Es gibt inzwischen - statt wie bisher - nicht nur Fakten. Wir werden beschenkt und bereichert durch diese alternativen Fakten! Fakten sind jetzt eben nicht mehr alternativlos. Es gibt Tatsachen und alternative Tatsachen; die können genau das Gegenteil der beschriebenen Tatsachen sein.
Da sollten wir uns doch ebenfalls freuen drüber!

Der Segen der Digitalisierung

Verbreitet werden diese alternativen Fakten (ebenso wie ihre bisherigen adjektivlosen Geschwister) durch die Medien. Vor allem über das Internet. Deshalb ist es so wichtig, dass auch in Deutschland jetzt ganz schnell die "flächendeckende Digitalisierung" kommt. Das hat die Bundesregierung schon lange begriffen, bereits 2014 hat sie vollmundig davon geredet, aber gut Ding will bekanntlich... eben. 
Zu dieser Versorgung der Deutschen mit digitaler Hochpotenz... äh, nein: Hochfrequenz gehört natürlich auch und vor allem die Versorgung der Menschen bis in den letzten ostfriesischen Zipfel des Landes mittels Breitbart. Bitte? Oh, sorry, richtig: ich meine selbstverständlich Breitband. Breitbart ist eine US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite, schreibt Wikipedia Und diese ist, schreibt Wikipedia weiter, "rechtspopulistisch bis rechtsaußen verortet". Dafür gibt es ja hierzulande eine Menge Interessenten. Nicht nur die AfD.

Ganz abwegig ist es allerdings nicht, Breitband und Breitbart durcheinander zu bringen. Der "Verantwortliche für Veröffentlichungen" bei Breitbart (so Wikipedia) war von 2012 bis 2017 ein gewisser Stephen Bannon. Der gehörte auch an hervorragender Stelle zu dem Team, das einen gewissen Donald Trump im Wahlkampf beriet. Mit welchem Erfolg muss nicht besonders ausgeführt werden.
2017 ist er nun aus dem Dunstkreis des transgenialen amerikanischen Präsidenten ausgeschieden worden, der Bannon. Aber er hat weiterhin tolle Ideen. Er will jetzt in Europa eine Bewegung namens The Movement ins Leben rufen. Eine rechtsaußen angesiedelte Bewegung. So etwas, hat er mal angedeutet, wie "En marche" in Frankreich. Er hat sich bereits mit entsprechenden bedeutenden Führern in Europa getroffen. Zum Beispiel gebe es auch Kontakte zu der bedeutenden Alice Weidel, der ebenfalls bedeutenden Beatrix von Storch und dem ganz besonders bedeutenden Jörg Meuthen von der AfD. So heißt es. 
Zur Schaffung und Verbreitung von The Movement, das weiß der Breitbart Bannon, ist Breitband ein höchst willkommenes Hilfsmittel. Das sieht natürlich auch die AfD so. Wie man hört, soll der deutsche Ableger dieser Bewegung mit fest geschlossenen Reihen "Deutschland marschiert" heißen.
Da freuen wir uns schon wieder mächtig!

Zurück zu den Fakten

Wie oben gesagt, wir sind nicht mehr alternativlos. Es gibt nicht mehr nur "Fakten, Fakten, Fakten". Damit hat bekanntlich das Nachrichtenmagazin Focus mal geworben. Alternativ ist Fakten, Fakten, Fakten ein ARD-Film vom Jahr 2002 aus der Reihe der Münster-Tatorte. Doch! Das stimmt! Das sind True News, keine  Fake News! 
Zu Beispieln von putzigen Fake News kommen wir in einer der nächsten Stunden, liebe Kinder. Jetzt hat es erst mal geklingelt, jetzt gehen wir in die Pause, genauer gesagt: wir haben ja Urlaub! Ferien! Mit 36° Schatten in Köln, demnächst sogar über 40°. So ist das eben mit dem Klimawandel.
Und auch darüber müssen wir uns doch so richtig freuen. Denn das ist wiederum alternativlos.

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Was ich noch sagen wollte:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Kommunist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

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