G 20: Alle Erwartungen erfüllt

Hier - wie versprochen - ist wieder NICHTS. Klar also: wir reden vom G20-Theater, in und außerhalb der Elbphilharmonie zu Hamburg. Es ist gekommen wie vorhergesehen und vorgesehen. Alle haben erreicht, was sie wollten. Frau Merkel, Herr Trump, Herr Putin und die anderen 17 Staatsober- und -obersthäupter. Der Bürgermeister von Hamburg, Herr Scholz. Jeder einzelne der 20 000 Polizeikräfte, denen der Ex-Journalist Steffen Seibert so innig und völlig ironielos im Namen der Kanzlerin gedankt hat; und die Polizeiführungsfiguren natürlich ganz besonders. Und die vermummten Mentalgestörten im "Schwarzen Block". Und... und... und - alle eben.

Alle haben die Bilder, die sie gern haben. Die Kanzlerin für's Video-Album, wie sie 19 Damen und Herren begrüßt, teils mit, teils ohne Küsschen-links-küsschen-rechts, aber alle mit der Merkel-Raute erwartet und mit der Raute ziehen lassen. Trump ist ganz stolz auf die Fotos, die ihn mit Putin zeigen. Putin ist ganz zufrieden mit den Fotos, die ihn mit Trump zeigen. Die BILD(Zeitung?) mit Bildern, die sie mal wieder zur Verbrecherjagd nutzen kann, egal wer und was da zu sehen ist. Ingo Zamperoni, ehrfurchtsvoll im Tagesschau-Selfie mit Bill Gates. Bill Gates! Der gute Mensch von Microsoft, der mit anderen Worten das begrüßt, was die deutsche Regierung schamlos als Hilfsplan für Afrika verkauft, nämlich die Privatisierung aller noch verbliebenen Ressourcen, mit den bereits zu besichtigenden Folgen: zunehmende Armut der Bevölkerung in Afrika, zunehmender Reichtum der Multis in den Steueroasen.

Aber ich schweife ab, zurück zu G20. Mit unausgesprochener Genehmigung der Autoren darf ich es veröffentlichen. Hier ist das, was auf dem G20-Gipfel erreicht wurde:

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Na immerhin! Oder finden Sie etwa nicht? Der "im Raum stehende dreistellige Millionenbetrag" an Kosten ist das doch wert. Und viel preiswerter als eine erneute Bankenrettung. Und für den Herrn Schäuble doch absolute peanuts.
Voller Erwartungen dürfen wir also dem nächsten G20 entgegenfiebern! Danke, Frau Merkel! Danke Herr Scholz! Weiter so!

Ach übrigens: eben erreicht mich ein begeistertes Schreiben aus der Türkei. Der Herr Erdogan will auch genannt werden in der Liste der zufriedenen Heimkehrer vom Gipfel. Der Entzug der Akkreditierung von 32 Journalisten sei ein gutes erstes Zeichen dafür, dass auch in Deutschland die politisch Verantwortlichen verstanden hätten, was wahre Demokratie heißt und von seinem Land schon lang praktiziert werde. Er sei sicher, dass dies auch die Bundeskanzlerin und ihren komischen Außenminister beeindrucken werde. Weitere zur Nachahmung geeignete Maßnahmen wolle er in Kürze präsentieren.
Allgemeine Empörung, bei Datenschützern, Betroffenen und Bürgern. Und was sagt die Regierung? Sie singt: Lass sie reden, schweig fein still, kann doch schweigen, wann ich will. Ein bewährtes deutsches Volkslied. Besonders beliebt bei Angela Merkel. Allerdings singt sie nicht selbst. Sie lässt singen. Ihren Steffen Seibert natürlich. Der ist inzwischen fast so perfekt wie Heino.

Große Freude auch für mich: es geht ja so schön weiter, die Bundestagswahlen stehen bevor. Da dürfen wir alle ganz viel NICHTS erwarten! Bis denn also!

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