Tüchtig für den Krieg

Jede neue Trumpidiotie weckt neue Ängste. Zuletzt dieser völkerrechtswidrige Angriff auf den Iran. Einer der Gründe dafür, wenn nicht sogar der wichtigste, ist die Geldgier des gegenwärtigen Führers der USA. Dieses Kriegsverbrechen bringt wieder ein paar Milliarden auf seine Konten. Für ein paar Bestechungen oder Beschwichtigungszahlungen ist zwar jetzt schon genug drauf. Aber um das heimliche Ziel des US-Gröpraz zu erreichen, fehlt noch ein bisschen was. Er will unbedingt den derzeit reichsten Menschen der Welt, Egon Musk, überholen. Da braucht es halt noch einige Kriege und Machtergreifungen oder was sonst auch immer in anderen Ländern. Nicht nur in den Öl- oder Energiereichen. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Zum Beispiel, bei einem hypothetischen Angriff auf Luxemburg 50 Millionen. Mir würde das schon zwei Monate zum Leben reichen. So richtigen Reichen reicht das ja nicht. 

Mich hat dieser Irankrieg total erschreckt. Wohin flüchte ich denn, wenn Sirenen verkünden, dass der "Ami" kommt oder was wir Deutschen seit ewigen Zeiten fürchten, "der Russ"? Wo finde ich Schutz? Wie in der Ukraine in einer unterirdischen U-Bahn-Haltstelle? Die nächste ist 6 km entfernt. Google MAPS rechnet bis da hin zu Fuß 1 Stunde und 23 Minuten. Mit dem Auto immer noch eine Viertelstunde. Und die Bundesregierung geht heutzutage im Falle von Raketen- und Drohnenangriffen mit deutlich verkürzten Vorwarnzeiten aus. Ich sag mir: vergisses!  

Dann habe ich mich gefragt, was unsere Regierung mal wieder (sich) leistet. Getreu der Pistorius-Aufforderung: "Wir müssen kriegstüchtig werden." Die Regierung tut was. Nicht nur diese Manöver der Bundeswehr, jetzt ausgedehnt auf das ganze Jahr. Nicht nur ständig neue Milliarden im Etat dafür bereit zu stellen. Dafür den Sozialbereich kürzen. Nicht nur im Verlegen von deutschen Soldaten in andere Staaten. Aktuell ist die Bundeswehr ja schon in 10 Einsätzen aktiv, zum Beispiel im Kosovo, im Südsudan, in der West-Sahara und im Mittelmeer etc.. Klar, "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt." Ex-Verteidigungsminister Struck wusste das schon vor einem guten Vierteljahrhundert. 

Aber auch wir alle müssen lernen. Sehr wohl, Herr Kriegsertüchtigungsminister! Dafür werden uns ja auch schon Kurse angeboten, selbst vom Roten Kreuz. Ich finde im Internet: Die Diskussion um die „Kriegstüchtigkeit“ der Gesellschaft umfasst auch die Frage, inwieweit zivile Strukturen, einschließlich des Gesundheitssystems und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, auf Krisen- oder Kriegsszenarien vorbereitet sein müssen. An anderer Stelle: "Kriegstaugliche" Kurse gibt es in verschiedenen Bereichen, von der militärischen Spezialausbildung (z.B. Gebirgskampf) über zivile Krisenvorsorge-Trainings (HEAT, Survival-Kurse für Journalisten/ Privatpersonen) bis hin zu medizinischen Fortbildungen für den Ernstfall (Massenanfall von Verletzten) und Friedensarbeit-Trainings, die alle auf das Überleben, den Umgang mit Gefahren in Krisengebieten und die Stärkung der Resilienz abzielen, um in extremen Situationen handlungsfähig zu sein, Vorbereitung auf Massenanfälle von Verletzten (MANV) und Entscheidungsfindung im  
Kriegsfall. Außerdem hilft ein ZdF-Artikel vom 17.01.2026. Die Autorin fragt, als hätte sie meine Sorgen geahnt: Wo Schutz suchen im Ernstfall?  Und klärt mich auf: Bunker!! Ja prima! Aber: Deutschland hat zu wenig Bunker. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (https://www.bbk.bund.de) macht sich mächtig Sorgen. Es gab ja mal Bunker, jeder weiß, in welchen Zeiten und wofür. Rund 2.000 Stück waren es. Aber immer mehr wurden stillgelegt. Weil man dachte, ach, die brauchen wir doch nicht mehr. Ja, denkste! Aktuell verzeichnet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) noch 579 öffentliche Schutzräume mit etwa 478.000 Plätzen. Für mehr als 80 Millionen Deutsche. Voll einsatzfähig ist laut BImA aber kein einziger. Das Innere des Zivilschutzbunkers aus den Sechsiger Jahren in HalleSaaleUnd man weiß, wie lange es dauert, von der Zeit der Planung bis zur Fertigstellung. Und wieviel weniger dann fertig ist. Dazu als Beispiel: 400.000 Wohnungen sollten 2004 gebaut werden. 252.000 wurden fertig. Übrigens, auch das wusste ich nicht: man kann auch privat einen Bunker bauen. Nicht nur in den USA, wo Superreiche das schon haben oder planen: Mark Zuckerberg (der hat als Ort Hawaii ausgesucht), Peter Thiel, Sam Altman, Jeff Bezos. Kosten pro Prunkstück: um die 3,5 Millionen €. Ja, gewiss, zu teuer. Aber wenn jemand hierzulande gerade mal so 40.000 € auf seinem Konto rumliegen hat: dafür gibt's schon private Bunker. Und spezialisierte Unternehmen haben sich auf den Bunkerbau eingerichtet. Wie zum Beispiel in http://schutzraum-zentrum.de. Da findet man tolle Angebote! Und da reicht ja nicht ein großes Loch im Boden. Ein Bunker soll schon was hermachen. Ulrike Mohrs (CDU), die im Deutschen Städtetag dem Ausschuss für Katastrophenschutz vorsitzt,  fordert, dass klar festgelegt werden muss, welche Kriterien die Räume erfüllen müssen, damit die Kommunen mit dem Bau loslegen können. "Da muss es darum gehen, dass entsprechend Feldbetten vorhanden sind, Sitzgelegenheiten vorhanden sind, ist ggf. eine Toilette vorhanden, was muss an Vorräten da sein, um dann auch den Schutzraumcharakter zu erfüllen". Eine Toilette für Männer und eine für Frauen doch bitte! 

Man sieht: wir Deutschen müssen lernen, dass unsere weltbekannte Tüchtigkeit (auch wieder) auf dem Gebiet der Kriegführung gelten muss. Das haben noch nicht alle so recht verstanden. Leider. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen dazu beitragen.