41:26. 38:24. 42:22. Nein, das sind nicht die Ergebnisse von Basketballspielen der vorletzten EM. Nein, das sind auch nicht die Angaben über die Verhältnisse von Tralalolin-forte und Milucid im Blut. Richtig: das sind die Ergebnisse verschiedener Meinungsumfragen zu den Wahlen in Sachsen-Anhalt. Sie zeigen das Verhältnis der Stimmen für die AfD und die CDU. Die letzten beiden Zahlen sind vom 28.August 2026. Niemand mehr bezweifelt, dass die "gesichert rechtsextremistische Partei" mit Grund auf Sieg(mund) gesetzt hat. Statt dem biederen, ein bisschen unbeholfen wirkenden CDU-Schulze also dampft jetzt der flottquirlige Uli in allen Gassen und das Volk ruft Hosianna.Das zu verhindern gab es offenbar kein Mittel. Nicht die zahllosen Artikel in, ich weiß nicht, wie vielen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, nicht die zunehmende Flut von Radiosendungen. Im Fernsehen gab es immer wieder Talkshows zum Thema. Kluge Leute und Dummschwätzer präsentierten ihre Ideen. Moderatoren und Moderatorinnen ermunterten dazu. Juraprofessoren mit Lehrstühlen als erhabenen Sitzgelegenheiten erklärten beleidigt, man habe eben nicht auf sie gehört. Sie hätten ja rechtzeitig unwiderlegbar das Verbot dieser Partei gefordert. Ebenso qualifizierte Kollegen widerlegten diese Idee weitschweifend. Kabarettisten und Liedermacherinnen nahmen Nummern in ihren Programmen auf, mit zynischem Spott und bitterer Satire. Alle waren gegen die AfD. (Ich auch).
Und die Politiker der anderen Parteien? Die kritisierten die AfD ebenfalls, aber mit Vorsicht, man weiß ja nie. Außerdem waren sie mit anderen Dingen beschäftigt. Sich gegenseitig zu attackieren mit Spott wie "Eierarsch" oder
"Flachzangen". Auf weitere Schöpfungen, kombiniert mit aus Werkzeugkisten dürfen wir gespannt sein. "Nervensäge" gibt es ja schon, aber wie wäre es mit "Gummihammer"? Oder "Schraubenblödel" oder "Stumpfnagel" oder "Raspelflasche" oder "Dünnbrettbohrer". Die gegenseitigen Beschimpfungen gehören inzwischen zum Arsenal vieler Abgeordneten; früher musste Herbert Wehner das alleine erledigen. „Strolch“, „Quatschkopf“, „Dreckschleuder“, „Schleimer“, „einstudierter Pharisäer“ – immer wieder: Ordnungsruf für Wehner vom Parlamentspräsidenten. Auch dieser bekam, als er einmal ein „Lümmel“ von Wehner rügte, sofort sein Fett weg: „Schönen Dank, Herr Präsident, dass Sie aufgewacht sind.“ Der antwortete: „Ich rüge diese Bemerkung ebenfalls.“ So kam Wehner auf 77 Ordnungsrufe.¹ Etwas Gutes hat der nächste Sonntag aber doch. Die Fernsehsender können wieder zu ihrem Sommerprogramm zurückkehren und dieses bis mindestens Anfang November präsentieren. Also endlose Wiederholungen. Krimis von morgens bis nachts. Ich wusste gar nicht, wie viele Städte und Dörfer solche Serien haben, mit Sokos, Spusis, Einbrechern, Pathologen, Polizeikommissarinnen, Mördern und Vergewaltigern. Gespannt warte ich auf weitere Serien. "Soko Zugspitze". Oder "Gangsterhort Westrhauderfehn". Auch in den Talkshows wird ausführlich debattiert, warum alles so kam und wie man es hätte verhindern können und vor allem: Was machen wir denn jetzt? Das einzige, was den meisten dann einfällt: Halt an, Sachsen-Anhalt! So geht das nicht! Aber das Programm am nächsten Sonntag auf allen möglichen Kanälen ist viel spannender als diese traurigen Quotenhäscher auf den Bildschirmen. Das wird ein Hochgenuss. Darauf freu ich mich schon. Was da herauskommen wird, hätte natürlich niemand voraussehen können. Und die Partei-Vorsitzenden von SPD, der karrieregeile Klingbeil, und der König der Umfrageergebnisse, Merz, kamen fünf Minuten vor Schließung der Wahllokale. Es hat sich trotzdem gelohnt. Für die AfD. ¹Herbert Wehner, SPD-Politiker der frühen Jahre in der BRD. Wer mehr über ihn erfahren will (es lohnt sich): https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Wehner

Das zu verhindern gab es offenbar kein Mittel. Nicht die zahllosen Artikel in, ich weiß nicht, wie vielen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, nicht die zunehmende Flut von Radiosendungen. Im Fernsehen gab es immer wieder Talkshows zum Thema. Kluge Leute und Dummschwätzer präsentierten ihre Ideen. Moderatoren und Moderatorinnen ermunterten dazu. Juraprofessoren mit Lehrstühlen als erhabenen Sitzgelegenheiten erklärten beleidigt, man habe eben nicht auf sie gehört. Sie hätten ja rechtzeitig unwiderlegbar das Verbot dieser Partei gefordert. Ebenso qualifizierte Kollegen widerlegten diese Idee weitschweifend. Kabarettisten und Liedermacherinnen nahmen Nummern in ihren Programmen auf, mit zynischem Spott und bitterer Satire. Alle waren gegen die AfD. (Ich auch).
Und die Politiker der anderen Parteien? Die kritisierten die AfD ebenfalls, aber mit Vorsicht, man weiß ja nie. Außerdem waren sie mit anderen Dingen beschäftigt. Sich gegenseitig zu attackieren mit Spott wie "Eierarsch" oder
"Flachzangen". Auf weitere Schöpfungen, kombiniert mit aus Werkzeugkisten
dürfen wir gespannt sein. "Nervensäge" gibt es ja schon, aber wie wäre es mit "Gummihammer"? Oder "Schraubenblödel" oder "Stumpfnagel" oder "Raspelflasche" oder "Dünnbrettbohrer". Die gegenseitigen Beschimpfungen gehören inzwischen zum Arsenal vieler Abgeordneten; früher musste Herbert Wehner das alleine erledigen. „Strolch“, „Quatschkopf“, „Dreckschleuder“, „Schleimer“, „einstudierter Pharisäer“ – immer wieder: Ordnungsruf für Wehner vom Parlamentspräsidenten. Auch dieser bekam, als er einmal ein „Lümmel“ von Wehner rügte, sofort sein Fett weg: „Schönen Dank, Herr Präsident, dass Sie aufgewacht sind.“ Der antwortete: „Ich rüge diese Bemerkung ebenfalls.“ So kam