Wer NICHTS will…

Um genau zu sein: "Wer nichts will, als die Wahrheit zu sagen, steht außerhalb des politischen Kampfes (...)". Ein Zitat von Hannah Arendt. Ich habe es gefunden in einem Artikel in den neuesten "Blättern", Ausgabe 6/17 (siehe Links). Es ist enthalten in dem lesens- und nachdenkenswerten Artikel "Die Lüge als System" von Antonia Grunenberg.

Da ich gerade bei ausgeprägten politischen Kernsätzen bin, komme ich auch auf den kürzlich gestorbenen Alt-Ex-Kanzler Helmut Kohl. Keine Angst: kein Nachruf. Die Millionen Würdigungen, fast alle weihrauchumwallt mit der gleichen Ehrfurcht und den gleichen Formulierungen vorgetragen, während seine durchaus vorhandenen Irrtümer, Versäumnisse und manchmal schon ziemlich bösen Verfehlungen als negligeable kleine, putzige Dummheiterchen schamhaft kaum erwähnt wurden - das  will und könnte ich nicht überbieten. Ich kann und will auch mal nicht NICHTS, sondern zwei Sätze des oft auch so genannten "Pfälzers" aus drohender Mit-Beerdigung retten. Erneut keine Angst! Nur zwei von Tausenden.

1. "Die Wirklichkeit ist leider anders als die Realität". Wieder einmal erweist sich hierin, dass Helmut Kohl nicht nur über einen scharfen Blick auf seine Gegenwart gebot, sondern auch die Zukunft sehr klar vorhergesehen hat. Beschreibt dieser Satz nicht einfach und umfassend den gegenwärtigen US-Präsidenten und dessen Politik, präziser kaum möglich? Kohls Zeitgenossen - und ich schließe mich da leicht verschämt mit ein - haben sich darüber mokiert und das Zitat als einen weiteren Beweis angesehen für das simple Denken, das aus der "Birne" kam. Irrtum! Mindestens ebenso richtig wird da die Gegenwart 2017 beschrieben wie im oben zitierten Satz von Hannah Arendt. Heute aber heißt das zeitgemäß modern "Fake-News" oder "Gegenwirklichkeit". Na und? Ich habe nur NICHTS dagegen.
Eine weitere sehr schöne Beobachtung des Verschiedenen:

2. "Entscheidend ist, was hinten rauskommt". Genau das ist es ja oft! Aber nicht einmal ich bringe es so leicht fertig, das inzwischen so sozialgängige deutsche Unflatbezeichnungswort niederzutippen (Helmut Schmidt hat es seinerzeit in den Bundestag hineingeführt). Dass Helmut Kohl so viel Feingefühl besaß, das so wahrhaft elegant zu umschreiben, rechne ich ihm hoch an. Und er hat ja so Recht! Selbst bei ihm war das ganz oft entscheidend! Irgendwie unnatürlich war allerdings, dass das bei ihm durchaus auch vorn oben rauskam, viel zu oft gar nicht wahrgenommen. Und wieder fällt einem doch Donald Trump ein! Neinnn! Nicht weil ich die beiden vergleichen will! Der gegenwärtige US-Präsident ist einfach unvergleichlich. Es geht nur erneut um die Beschreibung seiner Politik, die in diesem Kohlsatz unvergleichlich formuliert ist.
Kurz: nach diesen beiden Zitaten schon kann und darf ich feststellen, dass er unvergessen bleiben wird und eingegangen ist auch in die Geshishte. Glückwunsch!

Da ich gerade dabei bin: eine weitere sehr schöne Beobachtung, die ganz viel über die Gegenwart aussagt, ist folgende:

Hier links der Expolitiker Steinbrück...

            
                     ...und hier der Ex-Komiker Beppe Grillo 

Früher, als ich noch Kabarett gemacht habe, waren meine Mitwirkenden und ich der Meinung, Satiren seien ein Stück Politik; sie wirkten, so dachten wir, auf unser Publikum, beeinflussten dessen Denken und dann auch seine Wahlentscheidung. Ob das überhaupt je zutraf, lasse ich mal dahingestellt (wohingestellt eigentlich?).
Eine wunderschöne Entwicklung hat inzwischen stattgefunden: Politik und Politiker sind ein Stück Satire geworden. Freiwillig! Bewusst! Schon seit längerem war zu beobachten, dass weit bessere satirische Äußerungen und Verhaltensweisen als selbst von qualifizierten Komikern von Politikern kommen. Andererseits erhält das Politiker-Establishment laufend Zuwachs an Komikern: Beppe Grillo eben, vorher schon Berlussolini oder bei uns der Seehofer. Diese Entwicklung nimmt zu und setzt sich fort. Folgerichtige Konsequenz: da gibt es ein Medienunternehmen spanischer Sprache in den USA namens Univision Communications und da gibt es eine Satirezeitschrift namens THE ONION, in einigen Teilstaaten gedruckt, aber hauptsächlich im Internet verbreitet. Von der haben die Manager von Univision Communications einen Anteil von 40 % gekauft, Schätzpreis 200 Millionen Dollar. Begründung: "Die jungen Leute entscheiden sich auf Grund von Lachsalven... allein die Ironie erregt noch Aufmerksamkeit, z.B. bei dem Weg der Kandidaten zum Weißen Haus." Und bei dem Weg eines Kandidaten zum Kanzleramt der Bundesrepublik Deutschland. Es gilt also die Feststellung: Die Politik ist komisch und das Komische ist politisch.

Das ist übrigens auch die Weiterentwicklung einer Polit-Theorie der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ich habe sie in meinem letzten Bühnenprogramm EIN ALTER IM HEIM im Jahr 2001 erläutert. Hier die entsprechende Passage. (mehr davon und vor allem sehr viele Lieder aus verschiedenen Zeiten auf der CD LIEDER ZUM LAUF DER ZEIT)

Das Politische und das Private
 Fazit: Wer NICHTS will, wird schon wissen warum.

Und wer NICHTS als Erholung sucht: hier klicken.

NICHTS beweist die Theorie vom Alter des Homo sapiens

Wichtig! Eilt! Weiter verbreiten! Auch den zitierten Forschern zuschicken!
Tagesschau.de und der Corriere della Sera, das Handelsblatt und der Deutschlandfunk und und und - ein Riesenwirbel um die Meldung, der Homo sapiens sei, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, 300 000 Jahre alt. Große Aufregung auch in den Kommentaren z.B. der tagesschau.de. Am 8. Juni 2017.

Alles Unsinn, alles Propaganda, pure Selbstbeweihräucherung! Meine Beobachtungen, seit Jahren immer neu bewiesen, zeigen es eindeutig und unwiderlegbar: den Homo sapiens gibt es überhaupt noch nicht! Meine Vermutung: der ist erst so in 500 000 Jahren zu erwarten. Wenn überhaupt jemals.

Meine Beobachtungen? Nur ein paar Beispiele: Trump; der IS; Dieter Bohlen; die Behandlung der Frauen auch in scheinbar hoch entwickelten Ländern; das Dschungelcamp; die BILD-Zeitung; Lourdes; die Kirchensteuer; das OLG Münster; der Koran; die Bibel; die AfD; der SUV; der Suff; die SPD; die Klimakatastrophe; der Krieg als Mittel der Politik.
Weitere Beispiele gern auf Anfrage.

Wer jetzt Erholung braucht: hier klicken.

Unzufriedenstellend

Wenn die Bevölkerung eines Landes einen Mann wählt, wegen seiner Wahlversprechen, und dieser Mann hält sie dann, diese Versprechen - was ist das?
Wenn die Mehrheit der Wähler - und der Wählerinnen - einem dummdreisten Macho zujubelt? Einem Rassisten, einem grenzdebilen, ungezogenen Pöbler?
Wenn alle Anstrengungen der Andersdenkenden in diesem Land, der Malerinnen, Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Philosophinnen (die entsprechenden Männer sind natürlich wie immer mitgemeint), wenn all deren Kritik, deren Gegenargumente, deren Versuche, zu verhindern, was unabwendbar droht, wenn all das nichts, oder zumindest nicht genug - ausrichten? Wenn die Katastrophe absehbar ist, und dann auch eintritt? Wenn nicht nur die Bevölkerung dieses Landes die Folgen erleiden muss, sondern auch die in vielen anderen Ländern? Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? 

Moment, Moment! Also zuerst mal: nicht übertreiben, ja? Kölsch trinken und kölsch denken: et hätt noch emmer joot jejange. Schaut doch mal, wie prächtig es uns geht, uns Deutschen im Jahr 2017; nachdem wir zwei Weltkriege angezettelt und verlosen haben!

Ach ja, damals...! Heute ist alles ganz anders. Wir haben eine voll funktionierende Demokratie. Marktkonform natürlich, das kann ich nicht oft genug betonen. Was soll schon passieren. Schön, nun hat dieser Trump, nach allem, was er sonst noch so geliefert hat, den Ausstieg der USA aus dem Klimaschutz-Abkommen von Paris verkündet. Bitte? Ja, ja, schon richtig: schön ist das überhaupt nicht. Aber unsere Politiker wissen schon, wie sie darauf reagieren müssen.

     

Angela Merkel hat bereits mit schonungsloser Kritik angefangen, schon nach dem G7-Fiasko in Taormina neulich; das war, so sagte sie, "unzufriedenstellend". Das lässt so einiges erwarten, für die Bundestagswahl im Herbst. Da werden alle Parteien entsprechende Beschreibungen finden. Die SPD: "gerechtigkeitsunschaffend". Bündnis90/DIE GRÜNEN: "total ungrün". Die LINKE: "unsozialverträglich". Die AfD, natürlich: "undeutsch". Nur die FDP, ausgewogendst liberal wie einst und neuerdings wieder: "vorschnellverurteilend, nachdenkenswert." Und weiter...
Sorry. Mir bleibt die Satire im Keyboard stecken.


Urlaubsreif? Warum nicht hier!

NICHTS ist manchmal besser als alles…

Zum Beispiel: NICHTS ist manchmal besser als alles Mögliche sonst. Oder: Nichts verloren ist besser als alles verloren. Aber das nur mal so.

Sonntag, 14. Mai 2017. 
Es sind Wahlen in NRW. Wer wird morgen gewonnen haben? Wer verloren? Sicherlich wird die SPD ihr schönes Ergebnis von 2012 nicht halten können (39,1 %), alle Umfragen sagen ein Kraft-an-Laschet-Rennen voraus. Naja, die Umfragen... Wenn die SPD von der CDU überholt wird, hat sie vielleicht noch immer nicht alles verloren, zumindest aber die Regierungsberechtigung. Nun ja, ein paar Jahrzehnte in der Opposition, das ist doch auch ganz nett. Also warten wir's ab. Die Spannung, ich kann sie kaum noch aushalten! Fast so nervenaufreibend wie neulich die Partie FSV Zwickau gegen Fortuna Köln. Da war es mir auch egal, wer gewinnt. 

Und dabei gibt es zurzeit mal wieder ganz schreckliche Ereignisse. Nein, ausnahmsweise nicht das tägliche Getrumpel. Sondern das gerade aktuelle Gehacke, im Web. Wer hackt denn da? Das immerhin wissen wir schon lange: der Russe hackt. Die bedeutendsten Politiker und -innen, vor allem deutsche, allesamt unglaubliche Experten im Cyber-Bereich, haben das ganz schnell herausgefunden. Das ist total gefährlich! Was früher die Kalaschnikow war oder die SS 18-Atomrakete (bezeichnende Bezeichnung: "Satan"), das ist heute der Web-Virus WannaCry. Wirklich zum Heulen. Dass alle Wahlen der letzten Zeit, in den USA, in Frankreich (beinahe) und jetzt heute in NRW (womöglich) nicht so enden wie sie sollten, daran sind nicht die Wahlberechtigten Schuld, sondern diese ekelhaften Russen-Würmer!

Aber zum Glück gibt es auch ganz nette Dinge zu bestaunen, in der großen weiten Welt. Schauen wir mal nach Münster. Da gibt es ein Oberlandesgericht, ein OLG. Es hat gerade mal wieder ein wunderbares Urteil von sich gelassen. Es hat für Recht erkannt, dass so ein Feigling wie dieser syrische Kriegsdienstverweigerer natürlich kein Asyl kriegt bei uns hier. Ein Schuft, wer sein Vaterland nicht verteidigen will, mit allen Waffen. Und ebenso ein Schuft, wer diese logische und jenseitsmäßig rechtsradik... äh, äh rechtsstaatliche Ansicht nicht teilen möchte. Zur Sicherheit hat das OLG deshalb auch die Revision nicht zugelassen. Auf diese Bundesgerichtshöfe da ist inzwischen ja auch nicht mehr immer Verlass. Wer weiß, die könnten ja vielleicht zu Recht erkennen, dass die Münsteraner Richter gottverdammte Arschlöcher sind, wenn sie ein so hirnverbranntes Urteil erlassen. Und es deshalb aufheben. Und dem Feigling da Asyl gewähren. So weit kommt es noch!

Montag, 15. Mai 2017
So weit ist es tatsächlich gekommen. Nicht in diesem verfahrenen juristischen Verfahren. Sondern in dem Bundesland, in welchem Münster liegt. In NRW. Wie die Wahlen dort ausgegangen sind, muss ich nicht wiederholen, seit Sonntag Abend um 18.00 Uhr werden die Ergebnisse pausenlos in allen Medien verkündet und kommentiert, teils genüsslich, teils fassungslos, teils spöttisch. Selbst Martin Schulz hat ja gemerkt, dass er nicht um 18.01 Uhr Kanzler geworden ist, was er noch am 7. Mai lauthals verkündet und womöglich selbst echt geglaubt hat. 
Allüberall im Lande und auch vielfach im Ausland wird nun die Frage gestellt: how come? Wie konnte das passieren? In dem Bundesland, das doch schon ewig der SPD gehörte? Große Freude bei allen Ironikern und Halbsatirikern über die "Herzkammer"-Phrase. Ein Tsunami an Wortspielen tost aus dem Medienmeer übers Land. Herzkammer-Infarkt, Schmerzkammer, Herzkammerjäger... Aber das sind keine Antworten auf die gestellten Fragen. Dabei wäre das doch gar nicht so schwer! Der Gedankengang im gutbürgerlichen Wählerhirn: Früher war alles besser. Heute aber geht es uns gut. Am besten, wir lassen alles, wie es ist. Und das heißt: Angela wählen. Die hat nämlich, was kaum einer weiß und ganz viele bestreiten, ein phantastisches Programm. Ihre Politik folgt ihrem Glaubensbekenntnis, das sie 2012 formuliert und damit große Begeisterung ausgelöst hat, dass nämlich die Demokratie "marktkonform" sein müsse. Also sagt Frau Merkel: "Ich bin marktkonform". Das finden die Märkte grandios, weil die Regierung ihnen da nicht ins Hand- und Mundwerk pfuscht. Und so verkörpert die endlose Bundeskanzlerin auch die westlichen Werte, von denen sie immer wieder mal in aller Demut sülzt.

Dienstag, 16. Mai
Die westlichen Werte sind nicht nur die Herzkammerangelegenheit von Herrn dö Mässjär, unserem außergewöhnlichen Innenminister. Ein großartiges Beispiel ist heute in Italien zu betrachten. Der Corte Suprema di Cassazione, das höchste Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes, hat entschieden, dass Migranten sich an "unsere Werte" anpassen müssen. Und ein großer Bericht z.B. in la Repubblica zeigt auch gleich auf, was so alles zu den westlichen Werten gehört: in Crotone - das ist ein schönes Städtchen sozusagen am Absatz des italienischen Stiefels - wurden gestern 68 Personen festgenommen unter der Beschuldigung, sie hätten mittels gefälschten Anschriften, Betrug und anderen Straftaten in zehn Jahren 36 Millionen Euro, die für die Flüchtlinge im größten Sammellager Europas bestimmt waren, auf eigene Konten abgezweigt. Mit dem Segen des Priesters Don Edoardo Scordio, der die örtliche Mafia für einen Teil des ungerechten Mammons zu ihrem Freund gemacht hat. Ein Verhalten, das vollinhaltlich unseren westlichen Werten entspricht, wird es doch von der Bibel allen Christen ans Herz gelegt - siehe Lukas 16, 9. Und dass die Bibel mit all ihren sonstigen Vorschriften und Ratschlägen quasi der am höchsten werte der westlichen Werte ist, wird doch wohl kein Mensch in diesem unserem Teil der Welt ernsthaft bestreiten wollen. Hoffentlich nehmen sich diese gottlosen islamischen Migranten das zu Herzen und passen sich uns an. Aber dalli!
Jetzt höre ich schon den Herrn Innenminister knarzen: Ausgeschlossen! Sowas könnte bei uns in Deutschland nie passieren! So christlich sind wir nun auch wieder nicht, Gott sei Dank!

Amen. Lasset uns beten.

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Übrigens: wer jemand kennt, dem er NICHTS wünscht, kann mir seine oder ihm meine Emailadresse übermitteln (ekkes@ekkes.de)

Da ist ja NICHTS dabei…!

(Ein Wort zur deutschen Leitkultur)

Jetzt muss ich doch schnell... weil irgendwie hab ich so das Gefühl... und sonst vergess ich es vielleicht, passiert mir ja immer öfter...
Also: ich finde das nicht Ordnung, wie sie zurzeit mal wieder auf dem armen de Maizière rumhacken. Bloß weil er es gewagt hat, ein paar unglaublich richtige Phrasen zur "deutschen Leitkultur" zu veräußern! Ja, wo sind wir denn! Ich verbitte mir übrigens, dass man mir mit dem abgeschmackten Buchstabenspiel "Leid-Kultur" kommt. Wer unsere Kultur nicht leiden kann, der kann uns... ach, egal!

Ich muss ja jetzt gar nicht auf alle Zehn Leit-Gebote eingehen. Sie werden bei uns doch schon alle längst befolgt, und wie! Deutschland ist "christlich geprägt" (deshalb gibt es auch die Kirchensteuer) und es ist "weltanschaulich neutral" (deshalb zieht der Staat die Kirchensteuer für die christlichen Konfessionen ein, aber natürlich nicht für die ganzen anderen, diese heidnischen Vereine). Und den großen Wert der "ererbten deutschen Geschichte" überlassen wir selbstverständlich auch nicht der AfD. Diesen Wert pflegen wir schon selbst. Zum Beispiel, indem wir allen Undeutschen... bitte? Na gut, meinetwegen: den Nicht-Deutschen gewisse Unterschiede klar machen. Da gab es kürzlich ja diese Aufregung im Fall der ägyptischen Studentin, die in Cottbus von einem Auto überfahren wurde. Nicht schön, sowas, klar. Aber das passiert auch Deutschen hin und wieder. Aber dann: dass die Mitfahrer in diesem Auto der am Boden in ihrem Blut Liegenden erklärt haben - nein! nicht beschimpft, verdammt nochmal, erklärt! - dass  man in der Bundesrepublik eben aufpassen muss im Straßenverkehr, und wenn sie das nicht kann oder will, sollte sie halt zurückgehen dahin, wo sie hergekommen ist. Ja, schon, das war nicht sehr nett; aber es war doch richtig, oder etwa nicht? Und es war, genau betrachtet, auch "konsensorientiert", da kann man doch mit übereinstimmen!
Und was wollte denn der Bundeswehroberleutnant, der er sich als syrischer Flüchtling ausgab? Er wollte doch bloß darauf hinweisen, wie leicht es diese ganzen Asylbetrüger haben: Geld kriegen, ohne zu arbeiten! Was überhaupt nicht dem deutschen Leitkulturwert "Leistungsgedanke" entspricht!
Es gibt allerdings auch Probleme.  Ein Beispiel: neulich sollte doch der Prozess stattfinden, in dem es darum ging, dass vier Männer einen Flüchtling aus einem Supermarkt herausbegleitet und an einem Baum befestigt hatten, mit Kabelbindern. Naja, der Flüchtling - ein Iraker, der übrigens psychisch... ähm, wir würden sagen, der... egal, der ist inzwischen verstorben, irgendwie. Trotzdem: dass der Richter das Verfahren eingestellt hat, weil die vier Männer doch so geringe Strafen zu erwarten hätten, dass sich das nicht lohnt, und weil es kein öffentliches Interesse gäbe, das find ich nicht ok. Na hörnsemal! Da hätte doch geklärt werden können, dass die vier, was sie immer gesagt haben, nur helfen wollten, nein, nicht dem Flüchtling natürlich, sondern dem Supermarkt! Ich finde, das wäre doch im öffentlichen Interesse, oder, oder? So bleibt jetzt der Verdacht auf ewig an denen hängen. 

Jedenfalls, was die zehn deutschen Leitwerte betrifft (ich finde ja, es gibt noch ganz viele mehr): der de Maizière - er ist lustigerweise auch Oberleutnant, wenn auch der Reserve - der hat einfach Recht. Und er hat das auch sehr verständlich formuliert, so dass es auch jeder Deutsche und der dümmste Ausländer kapieren kann. Ja! Ganz plastisch: "Wir sind nicht Burka", hat er gesagt. Genau: wir sind Krawatte und Hosenanzug, wir sind Dirndl und Lederhose und Schiesser-Unterhemden feinripp. Und neben vielen anderen guten Eigenschaften, auf die wir stolz sind, sind uns die vom Innenminister erfundenen Leitwerte am Allerwertesten. Jawoll!

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Falls jetzt jemand meint, er bräuchte mal ein bisschen Erholung: hier sind Sie immer richtig.

NICHTS zum Lachen

Nachvollziehbar

Wer gerne lacht, hat es nicht leicht in diesen Zeiten. So arg viel Gründe dafür gibt es nicht zu berichten, vielleicht noch von Martin Schulz: der befindet sich ja im Landeanflug auf den Kanzlerhangar, verliert dabei - wie üblich bei einem Landeanflug - ständig an Höhe, die letzte Positionsmeldung zeigt ihn bei 29 %. Wo Schulz landen will, sitzt noch immer Angela Merkel, die nicht an Abflug denkt. Ihr droht von Schulz und auch sonst keine Gefahr, so lange sie ihre überzeugende neue Stereotyp-Antwort gibt: "Das ist nachvollziehbar". Trumps Raketenangriffe auf Syrien oder Afghanistan: nachvollziehbar. Das Ergebnis beim Referendum für den Putativsultan Erdogan ist nachvollziehbar. Vermutlich auch das Wahlergebnis von Marine Le Pen. Eine wunderbare Vokabel! Irgendwie sind selbst die Terror-Attacken des IS und seiner wahnsinnigen Freiwilligen nachvollziehbar. Das sagt Angela Merkel natürlich nicht. Für mich ist das nachvollziehbar.


Treu bleiben

Allgemein hoher Wertschätzung erfreuen sich Menschen, die treu bleiben, vor allem auch sich selber. Ein solcher Mensch - sogar ein Mann, doch, ja! - ist Donald Trump. Er bleibt, was er offensichtlich schon immer gewesen ist: unberechenbar. Seine Haltung zur NATO, zur Kriegsbeteiligung in Syrien, seine Einschätzung von Putin, Merkel, selbst zu Stephen Bannon: alles unberechenbar. Das ist einer hohen Wertschätzung wert. Das macht ihn interessant. Das ist spannend.
Wird er einen neuen Weltkrieg anzetteln? Wird er allen US-Bürgern die Ausreise verbieten, weil sie mit den dabei ausgegebenen Dollars lieber America great again machen sollen? Wird er sich von Melanie scheiden lassen und Meryl Streep mit Heiratsangeboten nerven, im Wahn, auf diese Art eine seiner schärfsten Gegnerinnen mundtot machen zu können? Nichts ist unvorstellbar. (NICHTS dagegen ist nicht unvorstellbar). Trump bleibt Trump und damit sich treu. Das müssen wir nicht nur akzeptieren, das müssen wir wertschätzen. Auch wenn wir dann irgendwann in Luftschutzbunkern sitzen. Weil der US-Präsident, gerade mal wieder eine Schokoladentorte verschlingend, sämtliche seiner Mutterbomben nach Lust und Laune auf irgendwelche Länder hat schmeißen lassen. Wozu Angela Merkel sagt... äh, nein, lassen wir das. 
(Kleine Anmerkung: manche Menschen werden sich sogar immer noch treuer, Wolfgang Schäuble zum Beispiel, Winfried Kretschmann, Joschka Fischer, Otto Georg Schily usw.)

Noch ein paar Sätze zur Wahl in Frankreich...

Bei der heraufziehenden Stichwahl kommt auf jeden Fall ein Ergebnis heraus, das noch auf Jahre hinaus seine Auswirkungen nicht nur auf Frankreich, sondern auch auf Europa und damit logischerweise auf die BRD haben wird. Siegen wird entweder die Rechts-Anwältin Le Pen. Hierzu findet sich eine begeisternde Nachricht in la Repubblica vom 27. April. Vor 15, 20 Jahren sei der Front National noch ein Schreckgespenst gewesen und verteufelt worden. So wie sich übrigens auch die arme, arme AfD selbstbemitleidet. Heute aber sei das vorbei. Der FN sei nicht mehr teuflisch, er sei entdiabolisiert. Das weckt düstere Vorahnungen. Vielleicht wird die Le-Pen-Truppe ja schon bald vergöttert. Und fährt himmlische Wahlergebnisse ein. Und das wiederum führt zu mehr Hoffnungen bei den Sekten in anderen Teilen Europas, die ähnlichen veralteten Glaubensbekenntnissen anhängen. 
Oder es gewinnt der massenbewegende Emmanuel Macron. Der ist, was kaum jemand weiß (wahrscheinlich sogar er selber nicht), ein heimlicher Marxist. Von Karl Marx stammt unter so vielen anderen auch das Zitat: "Jeder Schritt echter Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme".
Der Urnengang bleibt also spannend. Die Doppelbedeutung des Wortes Urne ist inzwischen ebenso alt, albern und nervtötend wie das Establishment in so vielen Staaten, von den USA bis Österreich. Davon profitieren überall Populisten. In der durchaus nicht ganz unberechtigten Hoffnung, selbst als neues, natürlich ganz anderes Establishment gewählt zu werden. Wie z.B. in Ungarn der Herr Orban. In Polen Beata Szydlo. In den USA der Herr Trump. In Frankreich also Le Pen oder Macron, Der ja mit seiner Parole "En Marche" bereits mächtig "auf dem Vormarsch" ist, um den enfants de la Patrie den endgültigen Jour de gloire zu bescheren. Wie? Nobody knows.

...und im Herbst in der BRD

In Deutschland über alles, im deutschen Vaterland also, in welchem es nach wie vor in der Nationalhymne nur Väter und Brüder gibt, an Müttern und Schwestern dagegen mangelt, hat der Marsch ja leider einiges von seinem einstigen Wert verloren, so dass sogar die AfD wahrscheinlich nicht versuchen dürfte, den Erfolg von Macron zu kopieren, indem sie als Slogan kreiert "Marsch, marsch!!". Was denen wohl noch so alles einfällt für die Wahlen im vielleicht wieder mal heißen Herbst? "Wir machen Deutschland wieder groß"? Und auch den anderen Parteien? Dem Bündnis90/Die Grünen zum Beispiel, die vielleicht gar nicht mehr im Bundestag landen? Und dann mit Freddy Quinn wehmütig klagen "Schön war die Zeit, so schön"? Und was ist, wenn die CDU/CSU jubelt, die 48 % hätten sie wirklich verdient, nachdem der als Kanzlerkandidat eingewechselte Horst Seehofer das Steuer übernommen hatte?
Sieht aus, als hätte Bert Brecht es gerade eben geschrieben und nicht 1938: Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten...

NICHTS zum Lachen also. Oder vielleicht gerade deshalb und erst recht?

Aprilscherze

April: bekanntlich der Monat der Scherze. "In den meisten europäischen Ländern sowie in Nordamerika" hat das Tradition (Wikipedia weiß alles).
Richtig, es betrifft nur den 1. April. Bisher. In unseren modernen Zeiten ist die Sache komplizierter geworden. Neuerdings werden Falschmeldungen, erfundene Berichte, aufregende "Informationen", Lügen etc. jeden Tag verbreitet. Wir werden ständig in den April geschickt. "Fake-News" wird diese (angeblich neue) Erfindung genannt, eine der vielen vielen Verdienste des Herrn Trump. Das hat Auswirkungen auf die Informationen überhaupt: sie sind ständig und alle einem Anfangsverdacht ausgesetzt - wahr oder nicht wahr?
In diesem ersten Viertel des April 2017 gibt es bereits eine Menge solcher Falschmeldungen. Liebe Leserinnen und Leser, wir laden Sie ein zu einem lustigen Quiz. Motto: NICHTS für schwache Nerven! Lesen Sie und entscheiden Sie dann: was ist wahr, was ist nicht wahr.

Beispiel 1:
Angela Merkel trifft Silvio Berlusconi beim Kongress der Europäischen Volkspartei auf Malta. Der "Cavaliere", ganz Kavalier, schüttelt seiner Duz-Freundin begeistert die Hand (anders als der Rüpel Trump neulich). Sie soll ihm helfen, sagt er zu ihr, seine Wiederauferstehung in der italienischen Politik zu schaffen, z.B. dadurch, dass sie ihn dabei unterstützt, einen Wahlsieg des Komikopopulisten Beppe Grillo mit seiner Movimento-5-Stelle-Chaotentruppe zu verhindern. Angela Merkel hat dies zugesagt, wenn Silvio ihr umgekehrt hülfe, einen Wahlsieg des SPD-Kandidaten Martin Schulz zu verhindern. Das wäre nämlich eine Katastrophe, nicht nur für sie selbst, sondern auch für das Großkapital und damit für die gesamte deutsche Wirtschaft. Meint sie.

Beispiel 2:
Unsere dynamische Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bringt nicht nur die zum Teil saumäßig verschlampten Heeresteile zu Wasser, zu Lande und in der Luft wieder auf Vorderfrau; sie schafft auch eine neue Waffengattung: das Cyber-Kommando. In Zukunft wird die Sicherheit der Bundesrepublik nicht mehr bloß "auch am Hindukusch verteidigt" (Ex-Verteidigungsminister Peter Struck), wo unsere Jungs höchstvorsorglich kreuz und quer in der Gegend rumballern, oder in Syrien, wo andere Jungs logistisch helfen, auch wenn sie ebenfalls nicht so genau wissen, wem eigentlich; nein, bald mischen sich auch Nerds mit 8-Tage-Bart und Rissen in den Jeans sogar im Netz ein, weltweit. Der russische Geheimdienst und die NSA der USA sind alarmiert, in einem Cyberkrieg hätten sie gegen die deutschen Superhirne schlechte Karten. Für alle, die an Einzelheiten brennend interessiert sind, hier die Website zum Aufrufen und mitfiebern:
http://www.proamerikanisch-antirussische_spassjunkiekids-in-uniform.de

Beispiel 3:
Die unter Beispiel 2 genannten Helden haben seit heute, 7. April 2017, auch schon die erfreuliche Chance, sich zu bewähren. Endlich wieder ein richtiger Kriegsbeginn! Trump erfüllt ein weiteres seiner Wahlkampf-Verbre... äh, nein, sorry: Wahlkampf-Versprechen. Als Western-Stratege spielt er uns ein neues Lied vom Tod; Musik dazu: das weltweit konzertierende Sympathieorchester berühmter Medienmusiker wiederholt immer aufs Neue den Titelsong "Hoch uns're westlichen Werte". Mit Pauken und Trompeten und Schlagzeug werden den (leider noch nicht so ganz richtig bekannten) Aggressoren die Flötentöne beigebracht. Ein hübsches kleines Zustimmungs-Solo trällert auch dazu unser Neo-Außenminister Gabriel (zur Erinnerung: der war schon in seinem früheren Leben ein sehr beleibter... äh, äh: beliebter Schlagersänger).
Durch NICHTS bewiesen ist die Meldung, dass Ex-Präsident George Dabbeljuh Bush seinen Nachfolger Trump angerufen und ihm gratuliert hat zu seinem mutigen Schritt. Nur bitte, habe er hinzugefügt, lass die Pfoten vom Irak da unten! Das ist mein Ding! Da hab ich einen widerlichen Diktator erledigt und einem armen, geknechteten Volk einen dauerhaften Frieden gebracht. Schau erst mal, Donald, ob du so etwas Tolles in Syrien hinkriegst, dann sprechen wir uns wieder, okay?
Angela Merkel hat übrigens im Fernsehen den Angriff Trumps ebenfalls unterstützt, weil für den Giftgas-Angriff vor ein paar Tagen allein Präsident Assad verantwortlich sei. Auf die nicht gestellte Frage eines ARD-Journalisten, ob sie dafür Beweise habe, schwieg sie und machte ihr bekanntes Gesicht, welches ausdrückt: Das habe ich im Gefühl, und mein Gefühl hat mich noch nie enttäuscht.

Also, liebe Leserinnen und Leser, jetzt sind Sie dran. Strengen Sie sich ein bisschen an! Was ist wahr? Was ist postfaktisch? Was gehört ins Fakebuch? Was twittern die morschen Knochen? 
Schreiben Sie uns! Die Auflösung kommt wie im richtigen Leben bald (oder nie)!

PS: Übrigens, auch weiterhin gilt: NICHTS ist umsonst. Es kostet trotzdem, ziemlich viel Zeit zum Beispiel.

Haben Sie NICHTS vermisst?

Ohne NICHTS fehlt manchem Zeitgenossen etwas. Und das nun drei Wochen lang! Damit ist jetzt aber Schluss. Es ist natürlich fast jeden Tag etwas passiert, das hier gewürdigt worden wäre. Ein kleiner Auszug nachträglich, sozusagen ein DAYSBOOK:

Die bleibende Frage (wie lange eigentlich noch?), ob und wie man Trump bekämpfen kann, möglicherweise sogar aus dem Amt entfernen, beschäftigt viele Menschen, Antworten gibt es auch. Hier ein weiteres Beispiel: die Amerikanerin Lorrain Daston, Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin schlägt vor, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 7. März:
"Mit Gelächter. Es ist Zeit, die Waffen der Aufklärung zu verwenden, und das waren keine Waffen der Empörung. Philosophen wie Voltaire haben verstanden, dass Empörung ermüdet. Wir brauchen Gelächter, Satire, Spott... Der beste Weg, die Legitimität eines Herrschers zu untergraben, ist, ihn lächerlich aussehen zu lassen. Es gab nie ein besseres Ziel als Donald Trump."
Da wir gerade bei ihm sind, eine weitere Frage blieb bisher ohne überzeugende Antwort: warum der Komiker im Weißen Haus in der Pressekonferenz die Bitte der Fotografen - wiederholt von Frau Merkel, die dazu erstaunlicherweise bereit gewesen wäre - nicht erfüllt hat, nämlich für ein paar nette Erinnerungsfotos einen weiteren Händedruck vorzuführen. 
Hier endlich die bisher nur uns bekannte Wahrheit: bei dem vorangegangenen Händedruck hatte unsere Kanzlerin so fest zugedrückt, dass Trump kurz, aber laut aufgejault hat. Das wollte er natürlich vermeiden, noch dazu vor den Augen der Weltpresse. Man hat ihm seine schmerzhafte Erinnerung in dieser Szene angesehen.

Noch etwas von Angela Merkel. Bei ihrer Befragung vor dem Ausschuss zur Aufklärung der VW-Diesel-Abgas-Betrugs-Affäre sagte sie aus, davon habe sie keine Ahnung gehabt. Wovon die ehemalige Bundesumweltministerin (von 1994 bis 1998) sonst noch keine Ahnung hatte, wurde nicht gefragt. War auch nicht nötig. Allgemein bekannt (wenn auch wahrscheinlich wie so vieles in der Politik leider vergessen) ist ja auch so, dass sie 2013 die geplanten schärferen Abgasregelungen in Europa verhindert hat. Und dass sie dadurch ihrer Partei eine Spende von BMW in Höhe von 690 000 Euro verschaffte. Befragt, wofür sie diese nette Zuwendung erhalten habe, sagt sie sicherlich ebenfalls: "Für NICHTS". Wir sind begeistert! Allerdings warten wir immer noch auf den Eingang des Geldes. Uns würden ja schon 69.000 € reichen. Also weit weniger als zum Beispiel der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft als Nebeneinkünfte bezieht, nämlich - wie die SZ am 9.3. auf Seite 1 berichtet - 77.721,13 Euro. Jährlich.
Ach übrigens: am 23. 3. hat der Bundestag das (überarbeitete) Mautgesetz verabschiedet. Mit den Stimmen der SPD. Die sich vor Bauchschmerzen gekrümmt hat dabei, nach eigenen Bekundungen. Ob ihr das Ertragen dieser Schmerzen erleichtert wurde durch eine Spende und vom wem und in welcher Höhe ist bisher nicht bekannt. Vielleicht ging das auch ohne und wurde ersetzt durch den Schulz-Hype. Der macht in der SPD alles möglich, sogar mehrmals postsozialistische 100 % bei Abstimmungen.

Ein Gedenken - äh, nein, nein! Für ein Gedenken ist es viel zu früh! Ein Gedanke, will ich sagen, zum "Schulz-Effekt". Die Wiederbelebung der im Umfragenkoma liegenden SPD, künstlich ernährt und nur mit größter Anstrengung vorm Abhimmeln bewahrt, scheint zu gelingen. Allerdings befindet sie sich jetzt in einem Zustand von manischer Depression. Aktuell ist es gerade, dank Sankt Martin, die Phase welche beschrieben wird als "euphorisch, aufgedreht, hyperaktiv und die eigenen Fähigkeiten überschätzend" (so unter m.netdoktor.de/Krankheiten). Ob bereits das Ergebnis der Wahlen im Saarland zur anderen Phase der (heute so bezeichneten) Bipolaren Störung führt, zur Depression und Niedergeschlagenheit, müssen wir abwarten. Ebenso ob dann eine neue Dosis Schulz-forte 100,0 % noch einmal heilend wirkt.

Apropos Wahlen. Die allgemeine, verhalten jubelnde Erleichterung über das Ergebnis für die AfD an der Saar ist möglicherweise so eine Art Ejaculatio praecox. Das Gleiche gilt auch im Hinblick auf die Wahlen in den Niederlanden. Die aber haben immerhin dazu geführt, dass die rechten Populisten nur (nur??) auf Platz 2 gelandet sind. Und dass wir nun zwei weitere holländische Namen kennen: Rutte und Wilders. Vorher waren es ja nur Johannes Heesters und Rudi Carrell. Es liegen aber noch einige Urnengänge vor uns, nicht nur in Schleswig-Holstein, NRW und im Bund, z.B. auch schon bald in Frankreich.
Gerade wird gemeldet: Rechtsruck in Bulgarien. Tja.

Noch zwei totale Überraschungen zum Schluss (für heute).
Erstens: das Gutachten der ECHA, die europäische Chemikalienagentur, welches Glyphosat als unglaublich harmlos einstuft, wurde von der betroffenen Industrie finanziert. Wer hätte das gedacht!
Und zweitens: in einem traurigen und Mitleid erregenden Bericht auf tagesschau.de führt ein Jürgen Döschner aus, dass es "nicht gut" steht um die Kernenergie - obwohl seit Fukushima doch schon endlose sechs Jahre , vergangen sind! Sie, die Kernenergie, sei "weltweit im Rückgang", ein "Atomexperte" Schneider spricht von "Hiobsbotschaften", von "fallenden Aktienkursen" und dass es eine "tödlich Konkurrenz" gebe.
Wir sind erschüttert! Also echt! Wenn die Bundesregierung nicht ganz schnell ebenso fürsorglich reagiert wie in der schrecklichen Bankenkrise damals, dann müssen wir unbedingt zu einer privaten Spenden-Aktion aufrufen! Als Motto unser Vorschlag:

"NICHTS rettet die armen Atomkraftbetreiber! Machen auch Sie dabei mit!"