Das ist nicht unser Krieg. Sagt Merz, sagt Klingbeil, sagt Pistorius. Wir lernen: Das ist nicht mein Krieg. Das ist nicht dein Krieg. Das ist nicht sein/ihr Krieg. Das ist nicht unser Krieg. Das ist nicht euer Krieg. Das ist nicht ihr Krieg. Schon gut, schon gut. Aber wessen Krieg ist es denn dann? Klar: es ist der Krieg von Trump. Es ist der Krieg von Netanjahu. Die beiden haben ihn angefangen. Und versprochen, er sei in ein paar Tagen zu Ende. Wenn die Ziele erreicht seien: Befreiung des Iran von seiner Regierung. Die Öffnung der Hormus-Straße. Die Auslöschung der Hisbollah. Das war vor acht Wochen. Alle Ziele wurden vollständig erreicht. Bekanntlich. Außer der Auslöschung eine ganzen Zivilisation. Trump hatte damit gemeint, der Iran läge südlich von Kenia. Wie schön! Bravo und Glückwunsch, ihr beiden völkerrechtslosen Kriegshelden. Und wie geht's jetzt weiter? Bitte? Wieso verhandeln? Es gibt doch nichts mehr zu verhandeln. Außer vielleicht, wie man die beiden Großmäuler von Washington und Jerusalem vor ein internationales Gericht bringt und dann für nicht zu wenige Jahre in ein Gefängnis. Die weitere Frage: was ist denn unser Krieg? Und wann findet er statt? Und woher kommt er, wer erklärt wem denselben? Wieder der Gröpraz? Der etwas braucht, um von den Epstein-Verbrechen abzulenken, und seine Verwicklung darin? Und von Netanjahu, der was braucht, um zuhause nicht vor Gericht zu landen? Ja, ich weiß, ich weiß: auch wir müssen tüchtig werden für den Krieg. Das wissen wir schon seit einem Jahrhundert. Zur Verteidigung natürlich, nur zur Verteidigung. Gegen den immer gleichen Feind: Russland. Und wenn die Herren im Weißen Haus und der Knesset uns helfen, indem sie sagen: ja, dieser euer Krieg ist auch unser Krieg. Weil sie nicht gerade beschäftigt sind damit, Milliarden an Geld und Bomben und Drohnen auf irgendein neues Ziel zu schmeißen. Nein, verdammt nochmal! Ich bin kein Antisemit! Ich bin nur gegen eine Regierung, die Gaza dem Boden gleich gemacht hat und immer noch dort herumbombt. Nein, verdammt nochmal, ich habe den Holocaust nicht vergessen!! Und ich bin gegen einen Mann, der mit einem gigantischen Monument auf ewig dafür geehrt werden will, dass er die demokratische USA in einen autoritären Staat verwandelt. Mit sich als geisteskrankem Diktator. Nein, ein Krieg mit Russland, auch das wäre nicht mein Krieg. Auch das wäre nicht dein Krieg, denke ich. Und Herr Bundeskanzler, Herr Vizekanzler, Herr Kriegsertüchtigungsminister sagt es bitte auch, so laut und klar wie gerade eben: Auch das wäre nicht unser Krieg. Wie es der Schwur nach 1945 knapp und klar formulierte: Nie mehr Faschismus - nie wieder Krieg! PS: Unter den ständig neuen Informationen, die die klare Sicht auf die Realität oft aussehen lassen wie der Himmel voller Saharastaub, gibt es eine, die schön hierher passt. Unser Herr Bundeskanzler hat mehrfach erklärt, einen eventuellen Beitrag zu leisten, wenn der Schutz der Hormusstraße militärisch gesichert werden muss. Eine Frage: wird dieser Krieg dann nicht auch unser Krieg?
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Tüchtig für den Krieg
Jede neue Trumpidiotie weckt neue Ängste. Zuletzt dieser völkerrechtswidrige Angriff auf den Iran. Einer der Gründe dafür, wenn nicht sogar der wichtigste, ist die Geldgier des gegenwärtigen Führers der USA. Dieses Kriegsverbrechen bringt wieder ein paar Milliarden auf seine Konten. Für ein paar Bestechungen oder Beschwichtigungszahlungen ist zwar jetzt schon genug drauf.Aber um das heimliche Ziel des US-Gröpraz zu erreichen, fehlt noch ein bisschen was. Er will unbedingt den derzeit reichsten Menschen der Welt, Egon Musk, überholen. Da braucht es halt noch einige Kriege und Machtergreifungen oder was sonst auch immer in anderen Ländern. Nicht nur in den Öl- oder Energiereichen. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Zum Beispiel, bei einem hypothetischen Angriff auf Luxemburg 50 Millionen. Mir würde das schon zwei Monate zum Leben reichen. So richtigen Reichen reicht das ja nicht. Mich hat dieser Irankrieg total erschreckt. Wohin flüchte ich denn, wenn Sirenen verkünden, dass der "Ami" kommt oder was wir Deutschen seit ewigen Zeiten fürchten, "der Russ"? Wo finde ich Schutz? Wie in der Ukraine in einer unterirdischen U-Bahn-Haltstelle? Die nächste ist 6 km entfernt. Google MAPS rechnet bis da hin zu Fuß 1 Stunde und 23 Minuten. Mit dem Auto immer noch eine Viertelstunde. Und die Bundesregierung geht heutzutage im Falle von Raketen- und Drohnenangriffen mit deutlich verkürzten Vorwarnzeiten aus. Ich sag mir: vergisses! Dann habe ich mich gefragt, was unsere Regierung mal wieder (sich) leistet. Getreu der Pistorius-Aufforderung: "Wir müssen kriegstüchtig werden." Die Regierung tut was. Nicht nur diese Manöver der Bundeswehr, jetzt ausgedehnt auf das ganze Jahr. Nicht nur ständig neue Milliarden im Etat dafür bereit zu stellen. Dafür den Sozialbereich kürzen. Nicht nur im Verlegen von deutschen Soldaten in andere Staaten. Aktuell ist die Bundeswehr ja schon in 10 Einsätzen aktiv, zum Beispiel im Kosovo, im Südsudan, in der West-Sahara und im Mittelmeer etc.. Klar, "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt." Ex-Verteidigungsminister Struck wusste das schon vor einem guten Vierteljahrhundert.
Aber auch wir alle müssen lernen. Sehr wohl, Herr Kriegsertüchtigungsminister! Dafür werden uns ja auch schon Kurse angeboten, selbst vom Roten Kreuz. Ich finde im Internet: Die Diskussion um die „Kriegstüchtigkeit“ der Gesellschaft umfasst auch die Frage, inwieweit zivile Strukturen, einschließlich des Gesundheitssystems und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, auf Krisen- oder Kriegsszenarien vorbereitet sein müssen. An anderer Stelle: "Kriegstaugliche" Kurse gibt es in verschiedenen Bereichen, von der militärischen Spezialausbildung (z.B. Gebirgskampf) über zivile Krisenvorsorge-Trainings (HEAT, Survival-Kurse für Journalisten/ Privatpersonen) bis hin zu medizinischen Fortbildungen für den Ernstfall (Massenanfall von Verletzten) und Friedensarbeit-Trainings, die alle auf das Überleben, den Umgang mit Gefahren in Krisengebieten und die Stärkung der Resilienz abzielen, um in extremen Situationen handlungsfähig zu sein, Vorbereitung auf Massenanfälle von Verletzten (MANV) und Entscheidungsfindung im Kriegsfall. Außerdem hilft ein ZdF-Artikel vom 17.01.2026. Die Autorin fragt, als hätte sie meine Sorgen geahnt: Wo Schutz suchen im Ernstfall? Und klärt mich auf: Bunker!! Ja prima! Aber: Deutschland hat zu wenig Bunker. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (https://www.bbk.bund.de) macht sich mächtig Sorgen. Es gab ja mal Bunker, jeder weiß, in welchen Zeiten und wofür. Rund 2.000 Stück waren es. Aber immer mehr wurden stillgelegt. Weil man dachte, ach, die brauchen wir doch nicht mehr. Ja, denkste! Aktuell verzeichnet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) noch 579 öffentliche Schutzräume mit etwa 478.000 Plätzen. Für mehr als 80 Millionen Deutsche. Voll einsatzfähig ist laut BImA aber kein einziger.
Und man weiß, wie lange es dauert, von der Zeit der Planung bis zur Fertigstellung. Und wieviel weniger dann fertig ist. Dazu als Beispiel: 400.000 Wohnungen sollten 2004 gebaut werden. 252.000 wurden fertig. Übrigens, auch das wusste ich nicht: man kann auch privat einen Bunker bauen. Nicht nur in den USA, wo Superreiche das schon haben oder planen: Mark Zuckerberg (der hat als Ort Hawaii ausgesucht), Peter Thiel, Sam Altman, Jeff Bezos. Kosten pro Prunkstück: um die 3,5 Millionen €. Ja, gewiss, zu teuer. Aber wenn jemand hierzulande gerade mal so 40.000 € auf seinem Konto rumliegen hat: dafür gibt's schon private Bunker. Und spezialisierte Unternehmen haben sich auf den Bunkerbau eingerichtet. Wie zum Beispiel in http://schutzraum-zentrum.de. Da findet man tolle Angebote! Und da reicht ja nicht ein großes Loch im Boden. Ein Bunker soll schon was hermachen. Ulrike Mohrs (CDU), die im Deutschen Städtetag dem Ausschuss für Katastrophenschutz vorsitzt, fordert, dass klar festgelegt werden muss, welche Kriterien die Räume erfüllen müssen, damit die Kommunen mit dem Bau loslegen können. "Da muss es darum gehen, dass entsprechend Feldbetten vorhanden sind, Sitzgelegenheiten vorhanden sind, ist ggf. eine Toilette vorhanden, was muss an Vorräten da sein, um dann auch den Schutzraumcharakter zu erfüllen". Eine Toilette für Männer und eine für Frauen doch bitte! Man sieht: wir Deutschen müssen lernen, dass unsere weltbekannte Tüchtigkeit (auch wieder) auf dem Gebiet der Kriegführung gelten muss. Das haben noch nicht alle so recht verstanden. Leider. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen dazu beitragen.
Nichts war weg.
Hurra, Halleluja! Nichts war verschwunden, jetzt ist nichts wieder da! Mehr als sechs Monate mussten wir alle, Männer und Frauen, Jungs und Mädchen, Linke und Rechte und vor allem ich auf nichts verzichten. Warum? Ein technisches Problem. Sagt sich so leicht. Und beantwortet alle weiteren Fragen. Wie derzeit nicht nur bei der Deutschen Bahn, sondernauch bei der Kölner S-Bahn. "Der nächste Zug der Linie 6 hat 60 Minuten Verspätung... Der nächste Zug der Linie 11 fällt aus... Der übernächste Zug fährt nur bis Hansaring...Nehmen Sie doch einfach ein Taxi". Schuld ist jedes Mal ein technisches Problem. Auch für das Verschwinden von Nichts gab es garantiert ein technisches Problem. Wie oft habe ich in diesen Monaten daran gedacht, schade, darüber könnte ich doch jetzt ganz schön was schreiben: was der Trump da wieder geliefert hat, oder wie sich der Merz blamiert hat, oder was für ein unsympathisches Dickerchen der Klingbeil geworden ist... oder was der Jens Spahn schon immer war... oder überhaupt noch nie... oder was der Lindner fälschlicherweise zu sein glaubt. Wundervolle Themen, um etwas darüber zu schreiben. Aber nichts war weg. Aber jetzt habe ich mein nichts wieder. Und zu was für einem schönen Zeitpunkt. Pünktlich zu einer Zeitenwende. Die letzte hatten wir 2022 im Februar in der Rede von dem zumindest historisch begabten Bundeskanzler Olaf Scholz. Nach dem Überfall von Russland auf die Ukraine. Jetzt 2026, nach dem Überfall der USA auf Venezuela hat... Nein, Bundeskanzler Merz hat nicht von einer Zeitenwende geredet. Der sieht wahrscheinlich gar keine Zeitenwende. Der denkt noch, ob er warten soll, bis Trump seine ICE nach Deutschland schickt, um in den Großstädten Demonstrationen gegen die AfD aufzulösen und ihre Organisatoren nach New York zu bringen, vor Gericht. Aber auch dann wird Merz wieder sagen, das sei äußerst komplex, er wolle erst mal mit Trump telefonieren, aber bisher sei er nicht durchgekommen, es werde immer gleich aufgehängt. Das ist übrigens nicht der einzige Komplex von Merz. Dann rede eben ich von einer Zeitenwende. Was heißt das überhaupt, Zeitenwende? Das Internet antwortet: Zeitenwende beschreibt einen fundamentalen Wandel oder den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte, der tiefgreifende Veränderungen bewirkt. Genau. Nicht nur Putins Verbrechen durch den Überfall auf die Ukraine, auch was Donald Trump uns alle paar Tage beschert, ist ein fundamentaler Wandel der Politik der USA. Weg von der Demokratie, die seit 250 Jahren bestand, hin zu einer Autokratie, weiter zu einer Diktatur. Ganz offen und öffentlich, die einzelnen Schritte tanzt Trump der Welt vor. Und Europa tanzt mit. Da will keiner aus der Reihe tanzen. Viele Kommentatoren und Leitartikler sehen das und sind, naja, nicht gleich begeistert, aber doch überzeugt. Weil das eben wieder mal alternativlos sei, so wie das ja Kanzlerin Merkel oft für einzelne Schritte ihrer Politik erklärt hat. Allenfalls wenn ein ICE-Gangster in Minneapolis eine junge Frau abknallt und Trump ihm dafür den Titel "Held" verleiht; oder wenn Trump den Staatschef von Venezuela von seinem Militär kidnappen lässt und dabei rund 100 Menschen gekillt werden; oder wenn er seine gierigen Wurstgeldfinger nach Grönland ausstreckt, und dabei mit Krieg droht - dann gibt es schon mal den einen oder anderen gedruckten oder gesendeten Aufschrei. Aber nur ein paar Tage lang. Weil dann Trump ja schon die nächste Schweinerei liefert. Wo man schnell wieder überlegen muss, ob man aufschreien muss oder ob das vielleicht auch wieder komplex ist. Apropos Zeitenwende. Wir haben in der BRD auch eine. Wenn mir jemand in den sechziger oder siebziger Jahren vorausgesagt hätte, was heute ganz real ist, ich hätte gesagt: ja, gut, beziehungsweise verdammt schlecht, die NPD hat es zwischen 1966 und 1969 in 11 Landtage geschafft. In Baden-Württemberg 1968 sogar mit 9,8 %. Aber in den Bundestag kam sie nie, vor der Neuvereinigung. Auch andere rechtsradikale Parteien nicht, die Republikaner zum Beispiel. Und heute? Mit 20,8 % zieht die AfD in den Bundestag ein. Die AfD ist die größte Opposition. In den letzten Wochen haben sich die CDU/CSU und die AfD im Wechsel auf dem ersten Platz in den Umfragen abgelöst. Diese AfD - offenbar muss immer hinzugefügt werden, "die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird"; so kann der Autor oder die Autorin immer erklären, sie selbst hätten ja nur zitiert und nicht ihre eigene Meinung zum Ausdruck gebracht - dass diese AfD also bei der nächsten Bundestagswahl an die Regierung gerät, kann man nicht mit Sicherheit ausschließen. Wenn das keine Zeitenwende ist... *** Zum Abschluss für heute noch etwas eher lustiges: so ähnlich wie zurzeit hatten wir auch 1978 eine Wirtschaftsflaute. Und auch damals versicherte die Bundesregierung (das Kabinett Helmut Schmidt), sie tue alles, um ganz schnell für den Aufschwung zu sorgen. In meinem Bühnenprogramm hatte ich damals ein Lied dazu, der Text: Ob er aber über kurz oder lang,
ob er aber über lang oder kurz, aber überhaupt ned kommt is ned gewiss. Die Musik dazu hatte ich mir ausgeliehen von dem schönen bayerischen Liadl "Oba aba üba Ommerammergau, oba üba Unterammergau, oba aba überhaupt net kimmt, is ned gewiss". Mit meinem Text hören kann man das auch heute noch. Auf meiner LP "Du lässt dich gehn, ach...", damals lange Zeit mein Spitzenreiter und beim Publikum. Bei ebay ist sie noch mehrfach zu kriegen. Da sind auch andere schöne Lieder drauf, zum Beispiel "Mensch Mädchen". Oder "Artikel 12 GG".
2024 – welch erfreulicher Beginn mit Nichts und wieder Nichts
Ein Hoch auf das Nichts
MEINUNG Von Christoph Schwennicke BILD 26.12.2023 – 11:30 UhrLesedauer: 3 Min.
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Danke, danke, tausend Dank, Christoph! Besser hätte das 2024 nicht beginnen können für mich. Lange Jahre hab ich darauf warten müssen. Endlich findet sich einer, der mich und meinen Blog NICHTS versteht. Und das ausgerechnet in BILD. Und wo BILD Recht hat, hat BILD recht. Doch! Echt! Ich erinnere mich da z.B. an einen weiteren Artikel, das war im Jahr 19.. äh, mit der Überschrift… äh, Moment! und dem Inhalt… weiß ich leider auch nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass die Story vielleicht nicht völlig gelogen war.
Das macht Mut. Das motiviert zum Weitermachen. In einer Zeit, wo selbst Fußballer für sich und eine wohlriechende Seife gegen Fußpilz werben, braucht es hochqualifizierte Werbeagenturen, um auf dem Markt nicht völlig unterzugehen. Großartig innovativ zum Beispiel der Clip, der eine Dame auf dem Klo sitzend präsentiert. Kennen Sie bestimmt. Das muss man doch sofort nachmachen! Auch für NICHTS muss also geworben werden. Von mir natürlich. Bisher hab ich nur eine sparsame Adressenliste. Aber jetzt, mit diesem Hoch auf meinen Blog, hab ich gewonnen. Von den Millionen BILD-Lesern werde ich doch bestimmt 70 oder 83 neu dazugewonnen haben. Das reicht doch für den Anfang!
Bitte? Reicht nicht? Wieso denn nicht? Ach so, bei den Zählmarken für die Verwertungsgesellschaft VGWORT fehlen noch Buchstaben. 517 „Zeichenanzahlen“. Sonst wird der Text nicht verwertet, ich weiß, ich weiß. Deshalb muss ich immer schwafeln. Wie Kanzler Scholz vor Mikrofonen. Anders geht das nicht. Deshalb bemühe ich so viele Sonderzeichen wie nur irgend möglich. Nicht nur Ausrufezeichen oder die ganzen Satzzeichen überhaupt. Sondern auch !“§$%&/()=? Oder @€. Oder Zahlen. Oder vielleicht auch Noten. Oder Börsen- und Mediziner-Hyroglyphen. Ob das schon reicht? Ich schau mal nach.
JAAA! Es reicht! Also dann schnell Schluss, ehe noch was anderes erfunden wird, was das Veröffentlichen von Texten komplizierter macht. Zum Beispiel die notwendige Genehmigung einer neuen Satire-Bewertungs-und-Freigebungs-Bundesbehörde mit Sitz Balderschwang.
Bis zum nächsten NICHTS also auf wiederlesen. Mit neuer Freude und Begeisterung. Und nochmal danke, Christoph! Ein Hoch zurück!
Was Satire darf
In diesen Zeiten, da außer dem Überfall von Putin auf die Ukraine, dem neuen Krieg im Nahen Osten, der ungeklärten europäischen Migrationspolitik, der weiterhin schwächelnden deutschen Wirtschaft, dem katastrophalen Zustand der Deutschen Bahn, dem Gesundheits – und dem Bildungswesen und dem Fußball ein weiteres Thema die Diskussion bestimmt, dessen Wichtigkeit nur wenigen bewusst ist: was Satire darf.
Was nur wenige wissen übrigens, ist, wie viele deutsche SatirikerInnen es gibt. Ein Aufruf im Internet unter „Politische Satiriker lässt “ staunen. Auch darüber, wer alles darunter fällt: Trump, Netanjahu, Baerbock und Kubicki. Die Bildreihe hier rechts gibt nur einen klitzekleinen Auszug wieder, es sind insgesamt 17 weiterer mit solchen Bilderreihen. Da reizt es mich irgendwie, in dieser Debatte auch meinen Senf dazu zu geben.
Was Satire ist und darf ist seit langer langer Zeit eine immer neu gestellte und neu beantwortete Frage. Auch wenn sie im Grund genommen immer auf die gleiche Antwort hinausstolpert, die Tucholsky mit „alles“ beantwortet hat. Das aber ist falsch. Satire darf eben nicht alles. Gerade schäumt wieder die Diskussion auf mit bösen Beiträgen von all jenen, die mit diesem alles nicht leben zu können behaupten, sondern im Gegenteil erklären, dass Satire eben nicht alles darf. Und dass es ja eine linke Satire gibt, eine rechte und weiß der Geier was noch für eine. Außerdem gibt es gerade Zoff zu diesen Themen unter den SatirikerInnen selbst.
Ehe ich mich nun traue, den vorhandenen Erkenntnissen dieser Kunstform (als die sie immerhin zumeist anerkannt wird) eine weitere kluge Analyse aufzuzwingen, möchte ich einfach einen Vorschlag machen, der dann dem ganzen Streit ein Ende bescheren würde. Es geht um nichts anderes als das, was in „dissemm unsrem Lannde“ (Helmut Kohl) immer als Lösung angeboten wird, wenn sonst nichts mehr hilft: um ein Gesetz. Hier ein paar erste Vorschläge dazu, wie das aussehen könnte.
Satire unter Berücksichtigung des Grundgesetzes und der Wertung der verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen in der Bundesrepublik sowie der Kirchen (SBGWvegeStBRDKi)
§ 1. Definition
Satire ist alles, was seit Jahrhunderten als solche begriffen und angewendet wird, jedoch in unserer Zeit einer neuen Definition bedarf. Satire ist nicht alles, was als solche bezeichnet wird. Da hierin außerdem meist eine gewisse Ironie liegt, wurde ein neuer Begriff solcher Personen gefunden, die ggflls Satire mit Ironie vereinen.
§ 2. Solche Personen werden ab jetzt als Satironiker bezeichnet. Ein Ausbildungsweg mit Diplom-Abschluss wid derzeit noch entwickelt. Ohne diesen Nachweis ist keiner bzw. keine bzw. keines zur Verfassung einer sogenannten angeblichen Satire berechtigt. Zuwiderhandlungen werden mit dem Verriss ihrer Text in allen öffentlichen Medien belegt. Die sozialen Medien müssen diese Texte als asozial behandeln.
§ 3. Satironiker befassen sich mit der Beschreibung und Kritik an Personen, Zuständen politischer, gesellschaftlicher, religiöser, wirtschaftlicher, sportlicher, sexueller, philosophischer oder überhaupt ganz allgemeiner Natur. Reine Unverschämtheiten oder Beleidigungen gelten nicht als Satire. Die Bewertung eines entsprechenden Textes obliegt einer noch zu schaffenden Satiredefinitionsstelle in den jeweiligen Bundesländern. Gegen deren Entscheidung kann beim Bundesdefinitionsgericht Berufung eingelegt werden.
§ 4. Satironiker haben bei der Verfassung ihrer Texte folgende Fragen zu berücksichtigen:
a. Was ist Satire?
b. Was darf Satire? Was darf Satire nicht? Warum nicht?
c. Wem nützt Satire? Wem schadet sie?.
d: Welche Haltung hat die jeweilige Satire?
e. Will die Satire das Empfinden betroffener Personen, Organisationen, Parteien, Vereinen oder Verbänden verletzen, hat sie sich eine Genehmigung bzw. beglaubte Billigung einzuholen und dem Text als Anhang beizufügen.
§ 5. Verstößt die Satire gegen dieses bzw. gegen irgendein sonstiges Gesetz wird sie sofort aus dem jeweiligen Verkehr gezogen, d.h. weder gedruckt noch gesendet noch gemailt, noch geXt, noch gepostet noch potgecasted oder sonstwie der Öffentlichkeit zugemutet. In besonders schweren Fällen werden der jeweilige Autor bzw. die betreffende Autorin oder wer sonst auch immer mit Geldstrafen belegt.
§ 6. Einzelheiten regeln die noch in Arbeit befindlichen Anhänge (ANHä) bzw. Durchführungsverordnungen (DFVO).
Ich bin sicher, dass zum Erlass eines solchen Gesetzes die Einigung von Bund und Ländern längst nicht so lange dauern wird wie die gerade stattgehabte Sitzung von Bund und Ländern mit dem Ziel einer Neuregelung des Migrationswesens, besonders der Asylfrage. Auch beim SBGWvegeStBRDKi wird zum Abschluss von Bundeskanzler Olaf Scholz die Feststellung nicht vermieden werden können, dass es sich hier um einen „historischen Moment“ gehandelt habe, an welchen er sich immer gerne und unaufgefordert erinnern können werde, trotz seines inzwischen bekannten und anerkannten schweren und unheilbaren Gedächtnisverlustes.
Ernst und komisch
Mal was Ernstes soll ich schreiben, nicht nur Comedy, meint ein treuer Leser, der NICHTS liest. Mal ganz im Ernst: ist das, was ich schreibe Comedy? Schon komisch: über die Frage, was Comedy ist oder Satire wird derzeit so heftig gestritten wie über das Problem, ob Hansi Flick Trainer der nationalen Männer-Fussball-Elf bleiben soll. Ist Dieter Nuhr z.B. rechts? Sowas gab es früher auch. Lisa Fitz, rechts? Erlebt Protestaktionengegen ihren Auftritt. Von Rechten? Von Linken? Kenner und Kennerinnen und solche, die sich als solche einschätzen, wägen ab und schlagen zu. Soll ich darüber schreiben? Mich ereifern? Tucholsky zitieren („Was darf die Satire. Alles.“) und aktuell interpretieren („Was darf die Satire? Alles was recht ist“) Nein. Es soll doch was Ernstes sein. Also Politik. Außen oder innen. Oben (Bund) oder unten (Stadtteilprobleme). Zum Beispiel:



Aber darüber schreiben, reden und filmen die Medien. Morgens, mittags, nachmittags, abends, nachts. In Schlagzeilen, kurzen Notizen, langen Artikeln, mit Bildern, Videos und Kommentaren. Richtig gut recherchiert (meistens) und sachlich-neutral. Auch wenn z.B. das ZDF in den Nachrichten ständig seine Abneigung gegen China rausjammert? Oder wenn in den Talkshows von A(RD) bis Z(DF) zum Thema Ukrainekrieg – sorry:„Angriffskrieg Putins“ – nur Mainstreamfiguren eingeladen werden, die ganz sachlich und unaufgeregt immer nur die Regierungs- (und des größten Teils der Opposition) Haltung erläutern?
Was soll ich darüber Ernstes schreiben? Ich bin kein Journalist. Außerdem: bei fast all diesen Themen, politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen, im Inland wie im Ausland, schießen mir automatisch comedienhafte oder satirische Gedanken durch’s gestresste Hirn.
Wenn Olaf Scholz auf dem Schirm sichtbar wird, mit der linken Hand leicht spastisch abgewinkelt in der Hüftgegend,
diese quasinapoleonische Geste, nachdem die Merkel-Raute inzwischen geschützt ist, dann freue ich mich und denke: Ist doch schön, dass wir jetzt unseren ersten Teflon-Kanzler haben: hohe thermische Beständigkeit, schwer entflammbar, formbar, hohe Anpassungsfähigkeit, antiadhäsiv, kein Anbacken an Flauschflächen.
Wenn ich Robert Harbeck erblicke, erkenne ich als erstes den Mann, der – seit er es allen Bürgerinnen und Bürgern ans Herz gelegt hat – selber zwei Minuten kürzer duscht als früher. Und so wenigstens eines seiner geplanten Ziele als Wirtschaftsminister in die Tat umsetzen kann. Täglich!
Friedrich Merz parodiert den wunderbaren Kabarettisten Max Uthoff von „Die Anstalt“ im ZDF.
Und brilliert durch ständig neue Abwandlungen seiner Schöpfungen Agenda für Deutschland und Alternative für Deutschland – äh, gibt’s das nicht schon? Nein! Nur ohne den Zusatz: „mit Substanz“. Meine spontanen Vorschläge (gegen geringe Nutzungsgebühr): Arbeitszeitverlängerung für Deutsche. Arbeitspflicht für Dichter. Anstalten für Dumme. Und ich amüsiere mich schon bei der Vorstellung, dass es nach seiner Wahl zum nächsten Kanzler heißt: Arschkarte für Deutschland.
Chrissi Lindner will unbedingt Talkshow-Master werden. Er weiß schon, wie das gehen soll: Immer nur ein Gast, 45 Minuten, zum Thema „Alle sind dümmer als ich. Auch du“.
Neu hinzu kommt Karl der erste Lauterbach mit einem Twitterle: „Es tut mir Leid, was
ish über Italien gesagt habe. Das gilt natürlish auch für die Ostsee, die dann bis Parshim übersihwemmt ist und die Nordsee bish Bishpingen.“ Und wieder weiß er nicht, was darin so schlimm ist. Bis die Bürgermeister von Sylt und Rügen Herzinfarkte vor Aufregung kriegen.
Und was ist mit den Millionen deutschen Biden-Verstehern?
Also gibt es überhaupt nichts Aufregendes für mich? Nichts Ernstes? Doch, schon. Aber das wurzelt im privaten Bereich. Wie bei fast allen Menschen in Deutschland. Und es ist in ganz vielen Fällen auch ein Resultat all dessen, was die gegenwärtigen Zeiten uns an Ernstem zumuten.
Sehr aufmerksam
Ja was war das denn jetzt, in Russland?? Ich spreche nicht Russisch. Schade, bzw. leider. Drum muss ich mich damit begnügen (nicht vergnügen, das ist mir schon länger vergangen), was ich aus den Nachrichten vorgesetzt bekomme. Wahr oder nicht, erstunken und erlogen, erfunden oder phantasiert, recherchiert oder übersetzt. Es ist ja auch vorbei, was es war. Ja was war es denn nun?
Es gibt ja Fakten. Fakten. Fakten. Die Wagner-Gruppe – ziemlich verharmlosend so genannt, was die soll alles in Afrika vollbracht bzw. verbrochen hat – war unterwegs, um nach Moskau vorzurücken. Von den 700 km, die das gewesen wären, kam die Killer-Bande (so genannt auf Grund belegbarer Fakten) bis etwa 200 km vor der Hauptstadt Russlands. Ihr Anführer Prigoshin verbreitete seine üblichen Tiraden. Putin hielt eine Rede. Naja, soweit wir wissen, ist jetzt alles anders als noch vor ein paar Tagen. Der Anführer verschwand, wo er ist, weiß ich bis jetzt noch nicht, aber morgen ist ja auch noch eine Tagesschau und das übliche Zerr-BILD und in Italien la Repubblica usw. usw. Und es wird in den Medien noch die übliche Zeit rauschen, dann plätschern, und dann wird endlich wieder im Zentrum der Nachrichten, Kommentare und Talkshows stehen: der „Angriffskrieg gegen die Ukraine.“ Dass es ein Angriff war, wissen wir nun seit über einem Jahr. „Krieg“ würden reichen.
Was mich doch sehr zum Nachdenken verdonnert hat, waren die Reaktionen, nicht nur in Deutschland. Von Rainews in Italien überToponline und der Davoser Zeitung in der Schweiz über Österreich und weiter und weiter überall bis zu der deutschen Aussenministerin. In allen Statements kommt die Vokabel zu Wort, die auch Annalena Baerbock in die Luft gezwitt(sch)ert hat: „aufmerksam“. Aufmerksam. Was heißt das denn? Ich habe im Wörterbuch Oxford Languages nachgeschlagen, dort wird zweierlei vorgeschlagen:
„1. darum bemührt, sich nichts entgehen zu lassen“ und
-
- „höflich und zuvorkommend“. Hingewiesen wird noch auf „ähnliche Worte wie „andächtig und gesittet“.
Was wollte denn unser nur noch blassgrünes Regierungsmitglied damit ausdrücken? Sie ist ja immer wieder so flink und flott, wenn es etwas zu posaunen gibt. Wollte sie „höflich und zuvorkommend“ auf einen möglichen Staatsstreich in Russland reagieren? Unwahrscheinlich bei ihrer seltendiplomatischen Schnelligkeit. Oder wollte sie sich bemühen, „sich nichts entgehen zu lassen“? Das sollte sie doch grundsätzlich tun, in ihrem Job. Und „andächtig und gesittet“? So kenne ich sie eigentlich nicht.
Und wo war eigentlich unser gernlächelnder Kanzler? Wie hat er reagiert? Er selber ist mal wieder geradlinig seinem Politprinzip gefolgt und hat gar nichts gesagt. Ihm fallen seine Kommentare meist erst ein paar Tage oder Wochen nach den jeweiligen Ereignissen ein. Außer der Zeitenwende. Die hatte er vermutlich in seinem Zeitwörterbuch notiert, in der prompt erfolgten Erwartung, einmal damit glänzen zu können. Er ließ nur mitteilen, er ließe sich ständig informieren. Das ist ja schon was, für einen Kanzler.
Wie gesagt, lange wird es nicht mehr dauern bis auch andere ganz wichtige Fragen beantwortet sind. Zum Beispiel wie sich Prigoschin nun ausspricht. PRIgoschin? Oder PriGOschin? Oder PrigoSCHIN? Oder stimmt eventuell, was FOCUS-online gerade in die Öffentlichkeit geschmissen hat: dass alles nur ein Riesenbluff gewesen sei?
Egal, bald ist wieder Ruhe an der Westfront. Also nicht an der Front in der Ukraine! „Dieser furchtbare Angriffskrieg und seine Folgen werden uns noch lang beschäftigen“, hat Scholz mal gesagt. Klar, man muss ja schließlich weiter Waffen liefern. Und es muss ja danach in der Ukraine immer mehr aufzubauen sein. Und da will Deutschland doch dabei sein. Weil das die besten Mittel gegen die Inflation sind.
Tourismus 2023
Die Medien und die Reisebüros sind begeistert: endlich boomt es wieder. Nicht nur die mehr oder weniger reichen Bürger und Bürgerinnen jetten wieder durch die Welt. Oder an die deutschen Ferienorte überall im Land. Nein, auch die Spitzen der verschiedenen europäischen Staaten sind oder waren unterwegs. Ihr Ziel immer das selbe: die Ukraine, vor allem die Hauptstadt Kiew. Boris Johnson (als er noch als Premierminister randalieren durfte). Die Regierungschefs von Polen, Tschechien, Slowenien und Österreich. Aus Italien gleich zweifach: Draghi, bevor er zurückgetreten worden war, und dann auch die neue Regierungschefin Giorgia Meloni. Frankreichs Macron, die Präsidentin der EU, Ursula von der Leyen. Auch Joe Biden, zuerst ganz geheim, dann hinterher umso medienallgegenwärtig. Und vor zwei Tagen auch der Generalsekretär der UNO, António Guterres.
Klar, dass da auch die Bundesrepublik Deutschland nicht fehlen wollen durfte. Von ganz oben an ging es los.
Olaf Scholz war da, nach dem ihm eigenen wochenlangen Überlegen. Annalena Baerbock, wie immer ganz überlegen und mit ihrer Posaune, der neue dynamischaktive Verteidigungs-minister Boris Becker… äh nein, natürlich Pistorius, hahaha. Robert Habeck plant eine Reise, ebenso Christian Lindner („im Spätsommer oder Herbst“). Wichtig: auch die Vorsitzenden der Ausschüsse, die verteidigungsrabiate Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der CDU, der SPD-Spezialist für das Auswärtige, Michael Roth und der Ex-Grüne Anton Hofreiter. Nicht fehlen wollten die Parteivorsitzenden von CDU, Friedrich Merz, und kürzlich auch der von der SPD, Klingbeil. Der dann heftig genervt reagierte auf die Fragen von Christian Sievers im ZDF-HeuteJournal vom 6. März. Und der Papst hat, als er über den Krieg in der Ukraine sprach, gezittert und geweint. Tourismus 2023 weiterlesen

Aber um das heimliche Ziel des US-Gröpraz zu erreichen, fehlt noch ein bisschen was. Er will unbedingt den derzeit reichsten Menschen der Welt, Egon Musk, überholen. Da braucht es halt noch einige Kriege und Machtergreifungen oder was sonst auch immer in anderen Ländern. Nicht nur in den Öl- oder Energiereichen. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Zum Beispiel, bei einem hypothetischen Angriff auf Luxemburg 50 Millionen. Mir würde das schon zwei Monate zum Leben reichen. So richtigen Reichen reicht das ja nicht.
Mich hat dieser Irankrieg total erschreckt. W
Aber auch wir alle müssen lernen. Sehr wohl, Herr Kriegsertüchtigungsminister! Dafür werden uns ja auch schon Kurse angeboten, selbst vom Roten Kreuz. Ich finde im Internet: Die Diskussion um die „Kriegstüchtigkeit“ der Gesellschaft umfasst auch die Frage, inwieweit zivile Strukturen, einschließlich des Gesundheitssystems und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, auf Krisen- oder Kriegsszenarien vorbereitet sein müssen. An anderer Stelle: "Kriegstaugliche" Kurse gibt es in verschiedenen Bereichen, von der militärischen Spezialausbildung (z.B. Gebirgskampf) über zivile Krisenvorsorge-Trainings (HEAT, Survival-Kurse für Journalisten/ Privatpersonen) bis hin zu medizinischen Fortbildungen für den Ernstfall (Massenanfall von Verletzten) und Friedensarbeit-Trainings, die alle auf das Überleben, den Umgang mit Gefahren in Krisengebieten und die Stärkung der Resilienz abzielen, um in extremen Situationen handlungsfähig zu sein, Vorbereitung auf Massenanfälle von Verletzten (MANV) und Entscheidungsfindung im
Kriegsfall.
Und man weiß, wie lange es dauert, von der Zeit der Planung bis zur Fertigstellung. Und wieviel weniger dann fertig ist. Dazu als Beispiel: 400.000 Wohnungen sollten 2004 gebaut werden. 252.000 wurden fertig.
auch bei der Kölner S-Bahn. "Der nächste Zug der Linie 6 hat 60 Minuten Verspätung... Der nächste Zug der Linie 11 fällt aus... Der übernächste Zug fährt nur bis Hansaring...Nehmen Sie doch einfach ein Taxi". Schuld ist jedes Mal ein technisches Problem.
Auch für das Verschwinden von Nichts gab es garantiert ein technisches Problem. Wie oft habe ich in diesen Monaten daran gedacht, schade, darüber könnte ich doch jetzt ganz schön was schreiben: was der Trump da wieder geliefert hat, oder wie sich der Merz blamiert hat, oder was für ein unsympathisches Dickerchen der Klingbeil geworden ist... oder was der Jens Spahn schon immer war... oder überhaupt noch nie... oder was der Lindner fälschlicherweise zu sein glaubt. Wundervolle Themen, um etwas darüber zu schreiben. Aber nichts war weg.
Aber jetzt habe ich mein nichts wieder. Und zu was für einem schönen Zeitpunkt. Pünktlich zu einer Zeitenwende. Die letzte hatten wir 2022 im Februar in der Rede von dem zumindest historisch begabten Bundeskanzler Olaf Scholz. Nach dem Überfall von Russland auf die Ukraine. Jetzt 2026, nach dem Überfall der USA auf Venezuela hat... Nein, Bundeskanzler Merz hat nicht von einer Zeitenwende geredet. Der sieht wahrscheinlich gar keine Zeitenwende. Der denkt noch, ob er warten soll, bis Trump seine ICE nach Deutschland schickt, um in den Großstädten Demonstrationen gegen die AfD aufzulösen und ihre Organisatoren nach New York zu bringen, vor Gericht. Aber auch dann wird Merz wieder sagen, das sei äußerst komplex, er wolle erst mal mit Trump telefonieren, aber bisher sei er nicht durchgekommen, es werde immer gleich aufgehängt. Das ist übrigens nicht der einzige Komplex von Merz.
Dann rede eben ich von einer Zeitenwende. Was heißt das überhaupt, Zeitenwende? Das Internet antwortet: Zeitenwende beschreibt einen fundamentalen Wandel oder den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte, der tiefgreifende Veränderungen bewirkt. Genau. Nicht nur Putins Verbrechen durch den Überfall auf die Ukraine, auch was Donald Trump uns alle paar Tage beschert, ist ein fundamentaler Wandel der Politik der USA. Weg von der Demokratie, die seit 250 Jahren bestand, hin zu einer Autokratie, weiter zu einer Diktatur. Ganz offen und öffentlich, die einzelnen Schritte tanzt Trump der Welt vor. Und Europa tanzt mit. Da will keiner aus der Reihe tanzen. Viele Kommentatoren und Leitartikler sehen das und sind, naja, nicht gleich begeistert, aber doch überzeugt. Weil das eben wieder mal alternativlos sei, so wie das ja Kanzlerin Merkel oft für einzelne Schritte ihrer Politik erklärt hat. Allenfalls wenn ein ICE-Gangster in Minneapolis eine junge Frau abknallt und Trump ihm dafür den Titel "Held" verleiht; oder wenn Trump den Staatschef von Venezuela von seinem Militär kidnappen lässt und dabei rund 100 Menschen gekillt werden; oder wenn er seine gierigen Wurstgeldfinger nach Grönland ausstreckt, und dabei mit Krieg droht - dann gibt es schon mal den einen oder anderen gedruckten oder gesendeten Aufschrei. Aber nur ein paar Tage lang. Weil dann Trump ja schon die nächste Schweinerei liefert. Wo man schnell wieder überlegen muss, ob man aufschreien muss oder ob das vielleicht auch wieder komplex ist.
Apropos Zeitenwende. Wir haben in der BRD auch eine. Wenn mir jemand in den sechziger oder siebziger Jahren vorausgesagt hätte, was heute ganz real ist, ich hätte gesagt: ja, gut, beziehungsweise verdammt schlecht, die NPD hat es zwischen 1966 und 1969 in 11 Landtage geschafft. In Baden-Württemberg 1968 sogar mit 9,8 %. Aber in den Bundestag kam sie nie, vor der Neuvereinigung. Auch andere rechtsradikale Parteien nicht, die Republikaner zum Beispiel. Und heute? Mit 20,8 % zieht die AfD in den Bundestag ein. Die AfD ist die größte Opposition. In den letzten Wochen haben sich die CDU/CSU und die AfD im Wechsel auf dem ersten Platz in den Umfragen abgelöst. Diese AfD - offenbar muss immer hinzugefügt werden, "die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird"; so kann der Autor oder die Autorin immer erklären, sie selbst hätten ja nur zitiert und nicht ihre eigene Meinung zum Ausdruck gebracht - dass diese AfD also bei der nächsten Bundestagswahl an die Regierung gerät, kann man nicht mit Sicherheit ausschließen. Wenn das keine Zeitenwende ist...
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Zum Abschluss für heute noch etwas eher lustiges: so ähnlich wie zurzeit hatten wir auch 1978 eine Wirtschaftsflaute. Und auch damals versicherte die Bundesregierung (das Kabinett Helmut Schmidt), sie tue alles, um ganz schnell für den Aufschwung zu sorgen. In meinem Bühnenprogramm hatte ich damals ein Lied dazu, der Text:
Ob er aber über kurz oder lang,
ob er aber über lang oder kurz,
aber überhaupt ned kommt is ned gewiss.
Die Musik dazu hatte ich mir ausgeliehen von dem schönen bayerischen Liadl "Oba aba üba Ommerammergau, oba üba Unterammergau, oba aba überhaupt net kimmt, is ned gewiss".
Mit meinem Text hören kann man das auch heute noch. Auf meiner LP "Du lässt dich gehn, ach...", damals lange Zeit mein Spitzenreiter und beim Publikum. Bei ebay ist sie noch mehrfach zu kriegen. Da sind auch andere schöne Lieder drauf, zum Beispiel "Mensch Mädchen". Oder "Artikel 12 GG".