Nichts tun führt zu NICHTS

Und es herrscht der Erde Gott, das Geld 
(aus Friedrich Schillers An die Freude)

Manchmal ist es es gar nicht so leicht, NICHTS zu schreiben. Obwohl alles dafür spricht, es zu tun. Es gibt ja ganz viele Themen. Bitte? Die Bundestagswahlen? Aber ich bitte Sie! Auch wenn die Medien mit aller Macht (und davon haben sie ja leider viel zu viel) versuchen, in den letzten zwei Wochen noch mal so richtig Dampf zu machen bzw. abzulassen. Zum Beispiel indem sie die Fernseh-Kunststückchen hochjubeln, die unsere Polit-Artistinnen und -tisten darbieten. Richtig: den Merkel-Schulz-Tango fanden die meisten Würdiger so fad wie zu erwarten, wenn sich ein langjähriges Koalitionsehepaar öffentlich so ein bisschen neckt.
Aber dann: der sogenannte "Fünfkampf", der hat es doch gebracht! Wurde ja auch alle Disziplinen was geboten: bei manchen Themen kamen manche Teilnehmer ins Schwimmen (Freistil, genau). Oder stolperten beim Themen-Springreiten auf schwerem Geläuf an einem überraschenden Argumenten-Hindernis. Das Degenfechten wurde allerdings oft mit Säbeln ausgetragen und gelegentlich gerieten die Spitzensportler, von den Moderatorinnen und -toren ungebremst, in einen unkontrollierten verbalen Querfeldeinlauf.

Aber richtige Spannung? Ich wollte ja dazu beitragen mit einer Wette, dass Schulz doch noch gewinnt und AchduliebeZeitKanzler wird. Aber ich habe niemand gefunden, der dagegen gesetzt hätte. Kann ich ja irgendwie auch verstehen. Wie soll man gegen eine Angela Merkel gewinnen, die einen Werbeslogan der Firma Camelia zu ihrem zentralen politischen Programm gemacht hat und allen Menschen - nicht nur wie Camelia den Frauen - "Sicherheit und Selbstvertrauen" verspricht?

Nein, Spannungen gibt es anderswo auf der Welt. Trump und Kim Jong Un im Rüstungswettlauf mit unbekanntem Ausgang. Oder, wie der SPIEGEL-online berichtet: Die Nato setzt auf Abschreckung gegen Russland: Erste US-Panzer haben Bremerhaven erreicht, von dort werden sie weiter nach Osteuropa verlegt. Der Aufmarsch ist der größte seit Ende des Kalten Krieges. Oder Thema Afrika: der Merkel-Schäuble Plan, witzigerweise Marshall-Plan genannt, ist einfach grandios. Den Multis zu helfen (auch noch finanziell), nach Afrika zu gehen und ihr Geschäft zu verrichten und die fliehenden Menschen in libyschen Lagern zu konzentrieren, damit sie dort die Segnungen des Neoliberalismus so richtig genießen können, z.B. wenn das Trinkwasser in ihrer alten Heimat gar nicht so teuer wird wie Nestle das geplant hatte.

Und den Migranten, die es trotz allem noch schaffen, ins Gelobte (Deutsch-)Land zu geraten, denen schenken wir neue Dieselautos. Doch, ja! In der letzten Bundestagssitzung hat die Kanzlerin unwiderlegbar erklärt warum. Der Diesel sei als Klimaretter unverzichtbar. Die Autoindustrie sei die "Säule der deutschen Wirtschaft" (nein: DIE Säule, nicht DAS Säule). Diese bekannten Betrügereien von Millionen an Millionen durch die Manager der Konzerne hat sie, völlig richtig!, als "unverzeihliche Fehler" bezeichnet. Aber es sei falsch, die ganze Industrie für die Fehler einiger haften zu lassen. Wie hoch die Ablass-Zahlungen für diesen Gnaden-Akt in die CDU-Kassen war, sagte sie nicht.
Selbst die Süddeutsche Zeitung - gewiss nicht des Linksradikalsmus verdächtig, zumal auf ihren Wirtschaftsseiten - fand das gequirlte Scheiße. Natürlich anders ausgedrückt: Merkels neue Machtworte zeigen, dass die Kanzlerin entweder nicht bereit oder zu schwach ist, sich unabhängiger von den Einflüsterungen der Autolobbyisten zu machen. So das Zitat aus einem Artikel mit der Überschrift "Angela Merkel - Jeanne d'Arc der Autobauer".

Apropos, ein weiteres Zitat von Schiller, aus "Die Jungfrau von Orleans": Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergeblich. Aber auch mit der Chuzpe unserer Dauerkanzlerin.

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Ceterum censeo Machismum esse delendum. (frei nach Cato dem Älteren) Auf gut deutsch: Ich denke, dass der Machismus endlich zerstört werden muss.

Merkel schreckt vor NICHTS zurück!

Schön wär's ja. Aber richtig muss es heißen, dass sie vor nichts zurückschreckt. Schlagzeile auf Seite 11 der Repubblica vom 18.August 2017:

„Silvio, kümmer du dich darum“
Zwischen Merkel und Berlusconi eine Achse gegen den Populismus

Das hätte ich mir nicht träumen lassen! Die ganzen letzten Monate stieg mein Begeisterungs-Pegel, sowohl im Hinblick auf meine zutiefst verehrte Kanzlerin als auch beim Beobachten, wie der Herr Berlusconi  meine Chancen erhöht, die Wette zu gewinnen, die ich bei seinem Rücktritt 2011 mit vielen Freundinnen und Freunden abgeschlossen hatte; dass nämlich der vorbildliche Demokrat, als 4,3facher Milliardär stets nur dem Wohl seines Volkes verpflichtete Staatsmann noch lange nicht seine aufopferungsvolle Tätigkeit eingestellt habe und bald wieder kräftig in der italienischen Politik mitmischen werde. Und jetzt diese neue Freundschaft zwischen diesen beiden, dem vierfach wiedergewählten Ex-Regierungschef in Rom und der vorbildlichen Demokratin, der im nächsten Monat genau so oft gewählten Kanzlerin und stets nur dem Wohl des Marktes verpflichteten Staatsfrau in Berlin!

Und zu welchem Behufe haben die beiden sich verbündet? Um den sich so rasant ausbreitenden Populismus zu ärgern. Das ist doch endlich mal eine durchschlagende Maßnahme! Das wird die AfD genau so auf Null bringen wie dieses Movimento Cinque Stelle in Italien (eben darum soll sich ja Freund Silvio kümmern). Und wenn das dann klappt, so höre ich trapsen, will Angela Merkel versuchen, so etwas mit einem anderen Politiker hinzukriegen, einem, der sie ebenso hoch schätzt und seine zahlreichen abschätzigen Machobemerkungen und Verhaltensweisen ihr gegenüber eigentlich gar nicht so ernst gemeint hat: mit Donald Trump, richtig.

Sowas Schönes! Um diese frohe Botschaft zu verkündigen (die jetzt in der Sommerpause vielleicht sonst untergeht), musste ich einfach meinen Urlaub kurz unterbrechen. Kommet her und freuet euch mit mir alle, die ihr trübselig und verladen seid, das muss euch doch erquicken! Hallelujah, Angela! Ave, Heil bringender Cavaliere!
Amen


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Ferien für NICHTS und wieder NICHTS nach den Ferien

Seit Monaten die Temperatur hier in Italien zwischen 27° und 35°, zwei unbedeutende Gewitter, Tropfen auf die heiße Erde. Zehn italienische Provinzen haben den Notstand ausgerufen, der Po dreieinhalb Meter unter dem Normalspiegel, Wasser-Rationierung droht, auch in Rom. Am 25. Juli
wird der Sandstrand bei Grottamare weiß: taubeneigroße Hagelkörner bedecken (und zerstören) die ganz Gegend. Deutschland dagegen könnte ruhig ein bisschen abgeben von dem, was tagesschau.de mit "Mehr Regen als im ganzen Monat" und "Erst kritisch, nun dramatisch" und "Katastrophe" beschreibt. Hat alles natürlich überhaupt nichts zu tun mit dem "Klimawechsel". Geregnet hat es immer auf der Welt, und heiß war es immer Sommer auch immer, gerade in Italien. So ist es halt nun mal in Gottes Schöpfung. Wenn man sie mit Trumps Augen betrachtet.

In diesen Tagen hätte ich ganz gern etwas, das mir kalt den Rücken runterläuft. Wie wäre es zum Beispiel mit dem unsäglichen Verhalten der Polizei beim G20 in Hamburg? Dass von den Verantwortlichen keiner zur Rechenschaft gezogen wird, ganz im Gegenteil, demnächst gibt es bestimmt auch noch Orden für den Hamburger Supersheriff Hartmut Dudde. Und Bürgermeister Scholz und Kanzlerin Merkel lassen sich händchenhaltend mit der Polizei fotografieren und verkünden, die habe doch alles prima im Griff gehabt. G20 also wie gesagt voller Erfolg. Weitere Einzelheiten Verschluss-Sache. 
Sowas alles in Erinnerung zu rufen kühlt mich allerdings nicht ab. Da kommen mir vielmehr sehr hitzige Gedanken. Ich könnte mir vorstellen, dass ich, bewaffnet mit...Halt! Stop! Jetzt bloß nicht konkret werden und erzählen, was ich gern tun würde; obwohl der Verfassungsschutz (haha, welche Verfassung denn?) und der BND (BundesNachsichtenDienst)dies hier bestimmt nicht lesen. Lieber NICHTS von mir geben als ein Geständnis, erzwungen mit welchen Methoden auch immer. NEIN!! Auch kein Waterboarding, trotz der Hitzewelle!!

Ferien also, genau! Und die Vorfreude auf den Herbst. Der wird zwar auch heiß, mal wieder. Aber ich weiß: NICHTS ist lustiger als diese Wahlen zum Deutschen Bundestag. Die sind eher langweilig. Vor ein paar Tagen hat sich Jörg Schönenborn bei mir gemeldet. Ihn müssen alle kennen. Kein Wahlabend ohne ihn im Ersten. Er bittet mich inständig um ein bisschen mittelharte - also in der ARD sendbare - Satire, ich soll bloß nicht so weit gehen wie die HeuteShow oder Die Anstalt (zur Information: beides ZDF, falls es jemand wirklich noch nicht regelmäßig anschaut). Schönenborn, der unübertreffliche ARD-Wahlberichterstatter und Kommentator, fürchtet, dass sein Publikum einschläft (oder noch schlimmer: dass es umschaltet zu den Snooker-Übertragungen bei Eurosport). Na klar, die sind auch viel spannender als ewig die gleichen Meldungen: Merkel inzwischen knapp über der Zwei-Drittel-Mehrheit, SPD verbessert sich um 2 Punkte auf 19,1 %, Martin Schulz gibt die Wahl noch nicht verloren, Bündnis90/DIE GRÜNEN-Cem-Özdemir stellt zufrieden fest, das Ergebnis sei immerhin weit besser als 1979 - bitte? Ach so, ja, klar, das stimmt, da gab es die noch gar nicht. Ob ich denn, fragt mich leise der Herr Schönenborn, ihm (und seinem Millionenpublikum) erklären könnte, wieso das alles?

Na schön, ich versuch es mal: Alle, die glücklich sind, haben die CDU/CSU  gewählt (scherzhaft inzwischen auch als "schwarzer Block" bezeichnet). Die Armen sind glücklich, weil sie in einem so reichen Land leben dürfen. Die Reichen sind glücklich, weil die Armen so glücklich sind. Die Männer sind glücklich, weil sie in einem Land leben, in dem sie mit Sicherheit noch lange um vieles besser dran sind als die Frauen. Die Frauen sind glücklich, weil sie in einem sicheren Land leben: Sicherheit und Selbstvertrauen, das bietet ihnen Angela Merkel. Die Gewerkschaften sind glücklich, weil es sie doch noch gibt, echt, ich schwöre es. Die Rentnerinnen und Rentner sind glücklich, weil es ihnen noch viel schlechter gehen könnte. Die Lohnabhängigen sind glücklich, weil 
ihr realer Lohnverlust in den letzten zehn Jahren noch viel härter hätte ausfallen können. Alle anderen, die paar Unglücklichen, haben SPD gewählt oder die Grünen oder die FDP oder die Linke oder die AfD. So viel erst mal, lieber Herr Schönenborn. Wer jetzt nicht durchblickt, hat NICHTS begriffen, sage ich noch. Und will gerade allen Leserinnen und Lesern schöne Ferien wünschen und bis zum Herbst denn...

Aber gerade noch bevor dieser bedeutende Text online geht und ich das langverdiente Offline genießen darf, kommt noch eine putzige Meldung, die ich einfach nicht unerwähnt lassen darf. Die Grünen-Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag, Elke Twesten, hat ihren Wechsel verkündet, hin zur CDU. Große Aufregung! Warum eigentlich? In allen Kommentaren wird betont, dass so etwas natürlich ganz legal ist, also gar nicht illegal, sondern ganz einfach scheißegal. Völlig richtig! Unsere Abgeordneten sind heutzutage ja alle Weltkinder im Sinn von Johann W. Goethe: Prophete links, Prophete rechts, nur in der Mitte befinden sich alle wahren Demokraten. Da wäre es doch völlig legalnormalegal, wenn der Seehofer zu den Grünen wechselte, der Schulz zur CDU, der Lindner zur SPD und die Merkel alle vier Wochen von der CDU zur FDP, von der FDP zu den Grünen, von den Grünen zur CSU, von da zur CDU zurück und dann wieder das Ganze von vorn. Und die Propheten schauen zu. "BRD in den Wechseljahren" habe ich schon vor Jahrzehnten geschrieben. Wieder mal hat mich die blöde Realität eingeholt.

So, jetzt aber endgültig: was soll ich schon machen? Ferien. Genau. Sonst NICHTS.

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Ceterum censeo Machismum esse delendum. (frei nach Cato dem Älteren) Auf gut deutsch: Ich denke, dass der Machismus endlich zerstört werden muss.

G 20: Alle Erwartungen erfüllt

Hier - wie versprochen - ist wieder NICHTS. Klar also: wir reden vom G20-Theater, in und außerhalb der Elbphilharmonie zu Hamburg. Es ist gekommen wie vorhergesehen und vorgesehen. Alle haben erreicht, was sie wollten. Frau Merkel, Herr Trump, Herr Putin und die anderen 17 Staatsober- und -obersthäupter. Der Bürgermeister von Hamburg, Herr Scholz. Jeder einzelne der 20 000 Polizeikräfte, denen der Ex-Journalist Steffen Seibert so innig und völlig ironielos im Namen der Kanzlerin gedankt hat; und die Polizeiführungsfiguren natürlich ganz besonders. Und die vermummten Mentalgestörten im "Schwarzen Block". Und... und... und - alle eben.

Alle haben die Bilder, die sie gern haben. Die Kanzlerin für's Video-Album, wie sie 19 Damen und Herren begrüßt, teils mit, teils ohne Küsschen-links-küsschen-rechts, aber alle mit der Merkel-Raute erwartet und mit der Raute ziehen lassen. Trump ist ganz stolz auf die Fotos, die ihn mit Putin zeigen. Putin ist ganz zufrieden mit den Fotos, die ihn mit Trump zeigen. Die BILD(Zeitung?) mit Bildern, die sie mal wieder zur Verbrecherjagd nutzen kann, egal wer und was da zu sehen ist. Ingo Zamperoni, ehrfurchtsvoll im Tagesschau-Selfie mit Bill Gates. Bill Gates! Der gute Mensch von Microsoft, der mit anderen Worten das begrüßt, was die deutsche Regierung schamlos als Hilfsplan für Afrika verkauft, nämlich die Privatisierung aller noch verbliebenen Ressourcen, mit den bereits zu besichtigenden Folgen: zunehmende Armut der Bevölkerung in Afrika, zunehmender Reichtum der Multis in den Steueroasen.

Aber ich schweife ab, zurück zu G20. Mit unausgesprochener Genehmigung der Autoren darf ich es veröffentlichen. Hier ist das, was auf dem G20-Gipfel erreicht wurde:

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Na immerhin! Oder finden Sie etwa nicht? Der "im Raum stehende dreistellige Millionenbetrag" an Kosten ist das doch wert. Und viel preiswerter als eine erneute Bankenrettung. Und für den Herrn Schäuble doch absolute peanuts.
Voller Erwartungen dürfen wir also dem nächsten G20 entgegenfiebern! Danke, Frau Merkel! Danke Herr Scholz! Weiter so!

Ach übrigens: eben erreicht mich ein begeistertes Schreiben aus der Türkei. Der Herr Erdogan will auch genannt werden in der Liste der zufriedenen Heimkehrer vom Gipfel. Der Entzug der Akkreditierung von 32 Journalisten sei ein gutes erstes Zeichen dafür, dass auch in Deutschland die politisch Verantwortlichen verstanden hätten, was wahre Demokratie heißt und von seinem Land schon lang praktiziert werde. Er sei sicher, dass dies auch die Bundeskanzlerin und ihren komischen Außenminister beeindrucken werde. Weitere zur Nachahmung geeignete Maßnahmen wolle er in Kürze präsentieren.
Allgemeine Empörung, bei Datenschützern, Betroffenen und Bürgern. Und was sagt die Regierung? Sie singt: Lass sie reden, schweig fein still, kann doch schweigen, wann ich will. Ein bewährtes deutsches Volkslied. Besonders beliebt bei Angela Merkel. Allerdings singt sie nicht selbst. Sie lässt singen. Ihren Steffen Seibert natürlich. Der ist inzwischen fast so perfekt wie Heino.

Große Freude auch für mich: es geht ja so schön weiter, die Bundestagswahlen stehen bevor. Da dürfen wir alle ganz viel NICHTS erwarten! Bis denn also!

Fest versprochen: NICHTS kommt raus beim G 20

Eins ist sicher beim G 20-Gipfel, demnächst in Hamburg: wieder einmal kommt NICHTS raus.

Was für ein Treffen! So viele Menschen! So viele schöne Menschen (nicht nur Macron)! So viele hässliche Menschen (bei weitem nicht nur Trump)! So wenig gute Menschen (wie... äh, äh, wie...). So viele andere! So viele vielversprechende. So viele viel Versprechende. So viele nichts davon Haltende. So wenige NICHTS in Händen Haltende.

Aber NICHTS kommt raus. Versprochen. NICHTS lässt sich nicht verbergen. Auch die Kosten für den Gipfel nicht. Geschätzt: 130 Millionen (Hamburger Abendblatt). Ich schätze das nicht - es wird bestimmt teurer. Wir könnten sagen: das ist eben der Gipfel. Aber das ist er noch nicht. Bis 2021 wird der Herr Schäuble 54 Milliarden zusätzlich einnehmen (nicht privat, da ist es vermutlich weniger). Das sind 54.000 Millionen. Davon sollen der Bundeswehr 20 Milliarden zugeschossen werden, pro Jahr. Das sind 20.000 Millionen. Sagt die Kanzlerin dem Herrn NATO zu. Hallo Frau Merkel! Das sind etwa 54 Millionen pro Tag. Oder 2,25 Millionen - pro Stunde.

Daran gemessen ist der G 20-Gipfel ja doch echt preiswert! Für diesen Betrag könnte man rund 150 solcher Gipfel veranstalten. Man könnte aber auch... äh, äh - also ich kann jetzt nicht weiterrechnen. Sie wahrscheinlich auch nicht. Wir haben nicht die Zeit dafür. Wir müssen arbeiten. Wir müssen Geld verdienen. Man kann sich überhaupt nicht vorstellen, wie viel man arbeiten muss, um auf 2,25 Millionen Stundenlohn zu kommen. Gut, da gehen dann noch die Steuern ab. Wenn man kein Konto auf Mauritius hat oder wohin sonst der Tipp kommt von Jean-Claude Juncker. Oder all den anderen. Aber über die Runden kommen würde ich schon. Meine Rente reicht hinten und vorne nicht. Zum Glück hat mir der Rentenexperte Bernd (oder Björn?) Raffelhüschen im heute-journal heute (26.6.17) vorgerechnet, dass ich, richtig betrachtet,, quasi Millionär bin. Und dass es den Rentnern auch 2030 noch prima gehen wird, ganz anders als diese blöde Bertelsmann-Studie rumbarmt. Es geht doch nichts über Experten. Das habe ich schon immer gesagt: siehe NICHTS vom 25. Februar über Experten).

Also Schluss für heute. Nochmal: beim G 20-Gipfel kommt wieder NICHTS raus. Vielleicht auch schon vorher. Etwas Neues für NICHTS und wieder NICHTS gibt es ja täglich.

Wer NICHTS will…

Um genau zu sein: "Wer nichts will, als die Wahrheit zu sagen, steht außerhalb des politischen Kampfes (...)". Ein Zitat von Hannah Arendt. Ich habe es gefunden in einem Artikel in den neuesten "Blättern", Ausgabe 6/17 (siehe Links). Es ist enthalten in dem lesens- und nachdenkenswerten Artikel "Die Lüge als System" von Antonia Grunenberg.

Da ich gerade bei ausgeprägten politischen Kernsätzen bin, komme ich auch auf den kürzlich gestorbenen Alt-Ex-Kanzler Helmut Kohl. Keine Angst: kein Nachruf. Die Millionen Würdigungen, fast alle weihrauchumwallt mit der gleichen Ehrfurcht und den gleichen Formulierungen vorgetragen, während seine durchaus vorhandenen Irrtümer, Versäumnisse und manchmal schon ziemlich bösen Verfehlungen als negligeable kleine, putzige Dummheiterchen schamhaft kaum erwähnt wurden - das  will und könnte ich nicht überbieten. Ich kann und will auch mal nicht NICHTS, sondern zwei Sätze des oft auch so genannten "Pfälzers" aus drohender Mit-Beerdigung retten. Erneut keine Angst! Nur zwei von Tausenden.

1. "Die Wirklichkeit ist leider anders als die Realität". Wieder einmal erweist sich hierin, dass Helmut Kohl nicht nur über einen scharfen Blick auf seine Gegenwart gebot, sondern auch die Zukunft sehr klar vorhergesehen hat. Beschreibt dieser Satz nicht einfach und umfassend den gegenwärtigen US-Präsidenten und dessen Politik, präziser kaum möglich? Kohls Zeitgenossen - und ich schließe mich da leicht verschämt mit ein - haben sich darüber mokiert und das Zitat als einen weiteren Beweis angesehen für das simple Denken, das aus der "Birne" kam. Irrtum! Mindestens ebenso richtig wird da die Gegenwart 2017 beschrieben wie im oben zitierten Satz von Hannah Arendt. Heute aber heißt das zeitgemäß modern "Fake-News" oder "Gegenwirklichkeit". Na und? Ich habe nur NICHTS dagegen.
Eine weitere sehr schöne Beobachtung des Verschiedenen:

2. "Entscheidend ist, was hinten rauskommt". Genau das ist es ja oft! Aber nicht einmal ich bringe es so leicht fertig, das inzwischen so sozialgängige deutsche Unflatbezeichnungswort niederzutippen (Helmut Schmidt hat es seinerzeit in den Bundestag hineingeführt). Dass Helmut Kohl so viel Feingefühl besaß, das so wahrhaft elegant zu umschreiben, rechne ich ihm hoch an. Und er hat ja so Recht! Selbst bei ihm war das ganz oft entscheidend! Irgendwie unnatürlich war allerdings, dass das bei ihm durchaus auch vorn oben rauskam, viel zu oft gar nicht wahrgenommen. Und wieder fällt einem doch Donald Trump ein! Neinnn! Nicht weil ich die beiden vergleichen will! Der gegenwärtige US-Präsident ist einfach unvergleichlich. Es geht nur erneut um die Beschreibung seiner Politik, die in diesem Kohlsatz unvergleichlich formuliert ist.
Kurz: nach diesen beiden Zitaten schon kann und darf ich feststellen, dass er unvergessen bleiben wird und eingegangen ist auch in die Geshishte. Glückwunsch!

Da ich gerade dabei bin: eine weitere sehr schöne Beobachtung, die ganz viel über die Gegenwart aussagt, ist folgende:

Hier links der Expolitiker Steinbrück...

            
                     ...und hier der Ex-Komiker Beppe Grillo 

Früher, als ich noch Kabarett gemacht habe, waren meine Mitwirkenden und ich der Meinung, Satiren seien ein Stück Politik; sie wirkten, so dachten wir, auf unser Publikum, beeinflussten dessen Denken und dann auch seine Wahlentscheidung. Ob das überhaupt je zutraf, lasse ich mal dahingestellt (wohingestellt eigentlich?).
Eine wunderschöne Entwicklung hat inzwischen stattgefunden: Politik und Politiker sind ein Stück Satire geworden. Freiwillig! Bewusst! Schon seit längerem war zu beobachten, dass weit bessere satirische Äußerungen und Verhaltensweisen als selbst von qualifizierten Komikern von Politikern kommen. Andererseits erhält das Politiker-Establishment laufend Zuwachs an Komikern: Beppe Grillo eben, vorher schon Berlussolini oder bei uns der Seehofer. Diese Entwicklung nimmt zu und setzt sich fort. Folgerichtige Konsequenz: da gibt es ein Medienunternehmen spanischer Sprache in den USA namens Univision Communications und da gibt es eine Satirezeitschrift namens THE ONION, in einigen Teilstaaten gedruckt, aber hauptsächlich im Internet verbreitet. Von der haben die Manager von Univision Communications einen Anteil von 40 % gekauft, Schätzpreis 200 Millionen Dollar. Begründung: "Die jungen Leute entscheiden sich auf Grund von Lachsalven... allein die Ironie erregt noch Aufmerksamkeit, z.B. bei dem Weg der Kandidaten zum Weißen Haus." Und bei dem Weg eines Kandidaten zum Kanzleramt der Bundesrepublik Deutschland. Es gilt also die Feststellung: Die Politik ist komisch und das Komische ist politisch.

Das ist übrigens auch die Weiterentwicklung einer Polit-Theorie der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ich habe sie in meinem letzten Bühnenprogramm EIN ALTER IM HEIM im Jahr 2001 erläutert. Hier die entsprechende Passage. (mehr davon und vor allem sehr viele Lieder aus verschiedenen Zeiten auf der CD LIEDER ZUM LAUF DER ZEIT)

Das Politische und das Private
 Fazit: Wer NICHTS will, wird schon wissen warum.

Und wer NICHTS als Erholung sucht: hier klicken.

NICHTS beweist die Theorie vom Alter des Homo sapiens

Wichtig! Eilt! Weiter verbreiten! Auch den zitierten Forschern zuschicken!
Tagesschau.de und der Corriere della Sera, das Handelsblatt und der Deutschlandfunk und und und - ein Riesenwirbel um die Meldung, der Homo sapiens sei, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, 300 000 Jahre alt. Große Aufregung auch in den Kommentaren z.B. der tagesschau.de. Am 8. Juni 2017.

Alles Unsinn, alles Propaganda, pure Selbstbeweihräucherung! Meine Beobachtungen, seit Jahren immer neu bewiesen, zeigen es eindeutig und unwiderlegbar: den Homo sapiens gibt es überhaupt noch nicht! Meine Vermutung: der ist erst so in 500 000 Jahren zu erwarten. Wenn überhaupt jemals.

Meine Beobachtungen? Nur ein paar Beispiele: Trump; der IS; Dieter Bohlen; die Behandlung der Frauen auch in scheinbar hoch entwickelten Ländern; das Dschungelcamp; die BILD-Zeitung; Lourdes; die Kirchensteuer; das OLG Münster; der Koran; die Bibel; die AfD; der SUV; der Suff; die SPD; die Klimakatastrophe; der Krieg als Mittel der Politik.
Weitere Beispiele gern auf Anfrage.

Wer jetzt Erholung braucht: hier klicken.

Unzufriedenstellend

Wenn die Bevölkerung eines Landes einen Mann wählt, wegen seiner Wahlversprechen, und dieser Mann hält sie dann, diese Versprechen - was ist das?
Wenn die Mehrheit der Wähler - und der Wählerinnen - einem dummdreisten Macho zujubelt? Einem Rassisten, einem grenzdebilen, ungezogenen Pöbler?
Wenn alle Anstrengungen der Andersdenkenden in diesem Land, der Malerinnen, Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Philosophinnen (die entsprechenden Männer sind natürlich wie immer mitgemeint), wenn all deren Kritik, deren Gegenargumente, deren Versuche, zu verhindern, was unabwendbar droht, wenn all das nichts, oder zumindest nicht genug - ausrichten? Wenn die Katastrophe absehbar ist, und dann auch eintritt? Wenn nicht nur die Bevölkerung dieses Landes die Folgen erleiden muss, sondern auch die in vielen anderen Ländern? Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? 

Moment, Moment! Also zuerst mal: nicht übertreiben, ja? Kölsch trinken und kölsch denken: et hätt noch emmer joot jejange. Schaut doch mal, wie prächtig es uns geht, uns Deutschen im Jahr 2017; nachdem wir zwei Weltkriege angezettelt und verlosen haben!

Ach ja, damals...! Heute ist alles ganz anders. Wir haben eine voll funktionierende Demokratie. Marktkonform natürlich, das kann ich nicht oft genug betonen. Was soll schon passieren. Schön, nun hat dieser Trump, nach allem, was er sonst noch so geliefert hat, den Ausstieg der USA aus dem Klimaschutz-Abkommen von Paris verkündet. Bitte? Ja, ja, schon richtig: schön ist das überhaupt nicht. Aber unsere Politiker wissen schon, wie sie darauf reagieren müssen.

     

Angela Merkel hat bereits mit schonungsloser Kritik angefangen, schon nach dem G7-Fiasko in Taormina neulich; das war, so sagte sie, "unzufriedenstellend". Das lässt so einiges erwarten, für die Bundestagswahl im Herbst. Da werden alle Parteien entsprechende Beschreibungen finden. Die SPD: "gerechtigkeitsunschaffend". Bündnis90/DIE GRÜNEN: "total ungrün". Die LINKE: "unsozialverträglich". Die AfD, natürlich: "undeutsch". Nur die FDP, ausgewogendst liberal wie einst und neuerdings wieder: "vorschnellverurteilend, nachdenkenswert." Und weiter...
Sorry. Mir bleibt die Satire im Keyboard stecken.


Urlaubsreif? Warum nicht hier!