Von Italien lernen (1)

Es ist ja zurzeit dermaßen viel los auf der Welt, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen und wo aufhören. Da ist - nur ein Beispiel von vielen - Angela Merkels großartiger Schachzug, nach zwei von CSU wie von CDU empfindlich verlorenen Landtagswahlen ihre Partei zur inneren Demokratie zu zwingen. Einfach indem sie sagte: Also tschüss dann Leute, war nett mit euch, aber jetzt sucht euch jemand anderen, ich will nicht mehr. 

Und da hat die CDU nun plötzlich eine Wahl! Die sie nicht wollte, aber gar nicht verlieren kann, weil drei Menschen kandidieren, also auf jeden Fall einer gewählt wird. Vielleicht eine? Aber nicht doch! Die Partei wird ja nicht den Fehler begehen und schon wieder eine Frau an die Spitze wählen. Wo es doch zwei derart hochkarätige Männer gibt wie die Herren Spahn und Merz. Die beide interessante, aber völlig verschiedene Ziele haben, nämlich die CDU wieder mächtig nach rechts zu bringen. Was doch ganz notwendig ist und was diese Frau da, die Kramp-Karrenbauer, nicht kann und noch nicht mal will. 

Und dann: die SPD! Da ist es doch... aber nein, liebe Kinder, dazu erzähle ich euch ein andermal was.

Von Italien lernen
Viel wichtiger ist es nämlich, auch wenn wir das irgendwie ein bisschen verkniffen sehen, weil es eigentlich umgekehrt sein müsste, wie es ja auch jahrzehntelang war, dass aber jetzt wir Deutschen von Italien lernen können. Also Sie bitten mich!! Wo denn? Wieso denn? 
Nun, zum Beispiel sind die in Italien uns einen großen Schritt voraus, was die 'Parteienlandschaft' betrifft. Die haben da unten schon seit langem keine Volksparteien mehr, ein wunderbar hochdemokratischer Zustand, auf den wir Deutschen uns ja erst langsam zubewegen. 
An der Regierung ist in Rom gerade ebenfalls eine große Koalition. Da ist einmal die "Lega", inzwischen eine landesweite, sehr weit rechts stehende Partei, die bei den letzten Wahlen auf 17 % der Stimmen kam. Und zum anderen dieser "Movimento 5 Stelle" mit 32 %. Vermutlich weil von einem Komiker (Beppe Grillo) ins Leben gerufen, ist diese Partei oft wirklich sehr komisch, besonders das Verhalten ihres Vorsitzenden Luigi Di Maio während der Regierungsbildung, die er zusammen mit dem Lega-Boss Matteo Salvini erkungelt hat. Die Verhandlungen standen unter der leicht abgewandelten Devise eines schönen alten italienischen Liedes ("Bandiera Rossa"), nämlich "Evviva il machismo e la Pubertà". Weil keiner der beiden dem anderen den Job des Regierungschefs gönnte, einigten sie sich endlich gebißschädigend auf einen, der von Politik keine Ahnung, dafür aber in seinem beruflichen Werdegang eine ganze Reihe von, na sagen wir mal: Unklarheiten mitgebracht hat. Immerhin macht dieser Guiseppe Conte bei der Ausführung der ihm von Di Maio und Salvini befohlenen Aufträge eine ganz gute Figur. Auch mit unserer (noch) Kanzlerin hat er sehr nett gelächelt. Und Trump hat ihm gratuliert, wozu, war nicht zu erfahren.  
Also haben Salvini und Di Maio sich ganz vernünftig zurückgenommen? Jawohl: sie sind beide nur Vizepremierminister. Salvini ist allerdings dazu noch Innenminister, zuständig u.a. für Migration, ein Thema, in dem er noch besser ist als der Herr Seehofer, und das will ja was heißen. Di Maio ist Minister für Arbeit und Industrie. Sehr bescheiden, die beiden, oder?

Was es da für uns Deutsche zu lernen gibt? 
Also sagen wir mal so: wenn die AfD bei der nächsten Bundestagswahl 17 % bekäme (eben so viel wie die Lega) und ein Sammelsurium aus einer Art grün-rot-brauner deutscher "En -marche" Bewegung hätte 32 % (wie der Movimento 5 Stelle). Und die beiden Parteien wollten nun eine Regierung basteln müssen. Das könnte dann doch nach dem Vorbild in Italien prima funktionieren? So zum Beispiel: 
Zuerst einmal bräuchten beide Parteien solche vor Potenz sabbernde Politiker wie die beiden Männer da in Rom. Etwa Bernd Höcke und -, naja der andere findet sich schon. Die beiden würden dann verhandeln und in allen wichtigen Fragen Übereinstimmung erzielen, außer wer Regierungschef wird. Nach langem Gefeilsche kämen sie dann zum Ergebnis: Kanzler wird Boris Becker. Und Höcke und der andere werden jeweils Vizekanzler und kriegen noch ein Ministerium dazu, Höcke das Innen- und das Familienministerium (für die Betreuung der Mutter aller Probleme), der andere wird Minister für Arbeit und Industrie, welche sich garantiert freut über so einen... einen... den man sicher finden wird. Wie gesagt: von Italien lernen. Es muss ja nicht immer im Fußball sein. Oder von der Mafia.

Und weil es nun so lange gedauert hat, ehe ich wieder etwas hab von mir lesen lassen, hier eine Ankündigung. Schon bald werde ich darlegen, was wir, wenn wir glauben, es zu müssen, oder zumindest nicht vermeiden können, dass wir es  wagen, es zu sagen - kurz also, was wir als Rechtsextremismus bezeichnen dürfen. Hochqualifizierte Experten, nicht nur aus tagesschau.de, haben uns dazu den Weg gewiesen. Sie werden begeistert sein, aber hallo!
Also, bis in Kürze!

 


	

Merkels Schritt

Zu dem überraschenden, vermutlich wohlüberlegten, wohl unvermeidlichen, konsequenten, politischen, bedauerlichen, aber richtigen, leider falschen, zu frühen, zu späten, alternativlosen, traurigen, schon länger geplanten, niemandem vorher mitgeteilten, souveränen, klugen, emotionalen, lobenswerten, interessanten, genialen, typischen, für sie ganz untypischen Schritt von Angela Merkel in ihre nähere wie fernere berufliche wie persönliche Zukunft ist bereits öffentlich wie privat alles (übertrieben viel) Gute und (vereinzelt verschämt) Kritische gesagt, gesendet und geschrieben worden, so dass ich dem derzeit NICHTS hinzufügen will, nämlich ein all das zusammenfassendes berühmtes Wort des letzten deutschen Kaisers Franz Ohnverstand Geckenpower:

Schau mer mal.

Eben. Dann seh mer scho.

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Ceterum censeo:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Marxist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

NICHTS weiter – Ein wunderbarer musikalischer Beitrag zur Bayernwahl!

Wahlen... Waaahlleeen!! 
Demnächst erst mal in Bayern. Der Seehofer und der Söder geben sich schon alle Mühe Stimmern zu verlieren, z.B. indem sie (vergeblich) versuchen, die AfD rechts zu überholen. Führt aber natürlich dazu, dass viele Wählerinnen und Wähler sich verarscht fühlen und deshalb sagen: Jetzt erst recht das Original, die AfD.

Aber wie schön: es gibt auch andere in Bayern. Ganz viele sogar, zum Glück. Ein wunderschönes Beispiel:

Roland Hefter mit seinem Liadl: Mia ned am 14.10.18 in Bayern. 
Anschauen! Unbedingt! Macht riesig Spaß! Toll gemacht! Und weitersagen, -whatsappen, smsen, Emailen!

Für alle, die den Link nicht kriegen, hier die Aufruf-Adresse: https://youtu.be/YhRx37SA9Zo


Wofür die SPD noch gebraucht wird: für NICHTS

Und schon wieder ein Beweis, dass diese SPD einfach unverzichtbar ist! Es wird ja jetzt gerade wieder auf dieser aufrechten, kämpferischen, unbeugsamen, erfolgreichen Partei herumgehackt, von allen Seiten. Dabei hat sie es, in Gestalt ihrer Vorsitzenden Andrea Nahles (und die ist, wie man sieht, die Partei), geschafft, dass Deutschland auch weiterhin eine unvorstellbar fähige Regierung hat. In zähen Verhandlungen hat Frau Nahles erreicht, dass der Rechts-Anwalt Hans-Georg Maaßen gehen muss, weg von dem bedeutenden, verantwortungsgefüllten Prestige-Job als oberster Verfassungsverletzungsverhinderer, abgestraft hinab in das bedeutungsarme, verantwortungsfreie Pöstchen als Sekretär von Seehofer. Gut: Staatssekretär. Aber was heißt das schon: er darf für seinen großen - na schön: langen - Chef Horst Termine machen. Vor allem mit den Parteien. Ganz vor allem, weil er die ja so gut kennt, mit der AfD, die er schon lange beratungsintensiv betreut hat.
Aber doch auch mehr nicht, verdammt nochmal!

SPD: das wandelnde soziale Gewissen in der Politik

Diesen traurigen Niedergang vom deutschen James Bond, welchem er ja auch schon rein äußerlich so frappierend ähnelt, zum Bleistiftspitzer im Innenministerium konnte die SPD (also Frau Nahles) natürlich nicht einfach so absegnen. Den Sturz des deutschen 007 (so bezeichnet ihn heute auch die italienische Tageszeitung la Reppublica) in die Armut hat sie mit aller Kraft und vollem Einsatz verhindert. Wie? Nun, alle wissen wir es inzwischen: indem sie eine maaßvolle Gehaltserhöhung von ca. 3.000 Euro durchsetzte (pro Monat, nicht pro Jahr)
Natürlich, auch das wird ihr jetzt wieder vorgeworfen, der einzigen linken Partei in Deutschland außer der LINKEN. Mit Hohn, Spott und Schimpf wird sie überschüttet geradezu. Was ihre Kritiker jedoch verschweigen, auch die Gesamtheit sämtlicher Medien in diesem unserem Dingsda: diesen Gehaltszuwachs für Herrn Maaßen müssen nicht etwa wir Steuerzahler und Steuerzahlerinnen berappen. Nein, was außer uns niemand weiß: es ist die SPD, die das tut. Die notwendige kleine Beitragserhöhung für ihre Mitglieder ist dabei nicht der Rede wert. Wenn sie überhaupt reden dürfen, die Mitglieder.

Fazit

Entgegen allen Schmähungen, Vorwürfen und Beleidigungen ist es allein die SPD, welche die Causa Maaßen ruhig, emotionsfrei und vernünftig behandelt hat. Seehofer hat jetzt einen Sekretär im Büro, der seine Unfähigkeit, gestellte Aufgaben ordentlich zu erledigen, eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat (anders als seine Aussagen zu den Vorgängen in Chemnitz). Dafür werden ihn, also den Herrn Seehofer, hoffentlich - wie er es erwartet - die bayerischen Wählerinnen und Wähler mit einer Zweidrittel-Mehrheit bei den kommenden Wahlen dort belohnen.
Und Angela Merkel? Ungewöhnlich gut unterrichtende Greise haben ausgeplaudert, dass unsere Kanzlerin, total erschöpft von ihren ständigen Ausflügen in alle Welt, bei der entscheidenden Konferenz bleibend eingenickt war. Als sie dann erwachte, habe Frau Nahles ihr kurz erklärt, was sie gerade mit ihrem Horst ausgekungelt hatte. Frau Merkel, bereits im Aufbruch zu einem informellen Treffen mit dem Staatschef von Honolulu auf den Cayman Islands, habe sich in der Tür noch einmal umgedreht und gerufen: "So schaffen wir das!"
Noch einmal also: bravo Andrea, bravo SPD! Weiter so! Dann dürfen wir uns auf eine baldige neue, zu allem fähige Kanzlerin freuen!

PS

Wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass der Herr Maaßen nicht einfach entlassen wurde? Ich bitte Sie: er war der oberste Geheimdienstler im deutschen Lande. Stellen Sie sich mal vor, was der alles weiß! Über die Kanzlerin. Über die Frau Nahles, über den Herrn Seehofer... Wenn der ausgepackt hätte, passenderweise wieder in seinem geistesverwandten Zentralorgan BILD. Was dann los gewesen wäre - unvorstellbar!

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Was ich noch sagen wollte:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Kommunist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

	

Erhebend

Am 5. September 2018 bin ich aufgestanden. Wach war ich schon lange vorher. Und ich bin auch schon öfter aufgestanden. Diesmal gab "aufstehen.de" den Anstoß. Das .de steht bekanntlich für Deutschland in der ganzen www. Wie zu vernehmen ist, sind bereits über 100 000 Deutsche aufgestanden. Zurzeit stehen sie fast alle noch in der Gegend herum. So wie ich auch. In der Erwartung, wie es denn nun weitergeht.

Eine lange Geschichte, dieses Aufstehen

Aufzustehen habe ich schon als Kind gelernt, wie vermutlich die allermeisten Deutschen meines Alters. Meine Mutter weckte mich mit diesem Ruf zum Frühstück und dem anschließenden Gang zur Schule. In dieser "Volksschule" (wie das damals noch hieß) wie auch im Gymnasium (also der "Höheren Schule") hatte ich ganz selbstverständlich ebenfalls aufzustehen. Als Ehrerbietung, den Lehrern gegenüber, schon damals sogar den wenigen Lehrerinnen gegenüber, erstaunlicherweise. In den Genuss einer weiteren Ehrerbietung durch Aufstehen kamen alte Menschen, vor allem in Bussen oder Straßenbahnen.
Inzwischen hat sich vieles geändert. Einiges zum Glück. Dem Aufstehen damals folgte etwa in den meisten Fällen die Pflicht, strammzustehen. Nein, salutieren musste man nicht mehr. Auch wenn das so mancher Lehrer auf Grund seiner gerade erlebten Erfahrung sicher vermisste und als bedauerliche hyperdemokratische Dekadenz empfand. Ebenso wie ähnliche Erscheinungen, die mit dem Verdikt "Das-darf-man-ja-heute-nicht-mehr-sagen" belegt waren.

Unerhörte Aspekte der 68er-Bewegung

Richtig: eimal mehr geht es um die Bemerkung "Wenn's denn der Wahrheitsfindung dient", mit der der vor Gericht (noch) sitzende Fritz Teufel der Aufforderung aufzustehen durch den Herrn Richter Folge leistete. Also der Richter sprach nicht von aufstehen, sondern, seinem hohen Bildungsstand entsprechend, von "sich erheben". 
Nicht nur diese teuflische Episode schockierte damals die anständigen Deutschen sowie auch die BILD-Zeitung. Die gesamte 68er-Bewegung wurde als etwas gesehen, das mit Aufstehen verbunden war, allerdings im ganz anderen, negativen Sinn, d.h. als Aufstand. Selbst wenn es auch ganz viele Sitzstreiks zur Verstärkung politischer Forderungen gab. Damals durfte man das ja nicht sagen, heute jedoch schon: vor der "rot-grün versifften 68er Multikulti-Republik" schaudert es die AfD. Und nicht nur die.

Aufstehen und die Friedensbewegung

Aufstehn! Für den Frieden. Mit diesem Motto, diesem Slogan, dieser Losung, diesem Imperativ - teils mit, teils ohne Ausrufezeichen - mobilisierte in den 80er Jahren dann die Friedensbewegung. Diesmal waren es nicht nur angehende Juristinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen, Chemikerinnen, Künstlerinnen, Literatinnen, Fernsehregisseurinnen, Schauspielerinnen   beiderlei Geschlechts, die aufgestanden waren, um sich zu widersetzen (nicht: wieder zu setzen). Widerstand wollten sie leisten gegen eine von jeder Bundesregierung damals, ob Schmidtgeführt oder Kohlgeleitet, betriebene Politik einer massiven Aufrüstung (u.a. mit Atomraketen wie Pershing 2). Eine Politik, die schnell vom Kalten in einen heißen Krieg führen konnte. So jedenfalls sahen es die Menschen, die sich in zahllosen Veranstaltungen in der ganzen Bundesrepublik engagierten, nicht zuletzt in Großdemonstrationen mit Hunderttausenden von Teilnehmern. 

(Hier: Künstler für den Frieden - Großveranstaltung am 11. September 1982 im Ruhrstadion von Bochum)

Wer damals dem Aufstehn! nicht folgen wollte, zog sich leicht eine Bewertung als Sitzenbleiber zu. Das war für viele wieder, zumal eben in meinem Alter, in Erinnerung an die Schulzeiten eine sehr sehr negative Einschätzung.

Herne 3

Jetzt also wieder aufstehen. Höchst modern-aktuell mit @ oder # (sprich: ätt oder häschtägg). Heute kann man also auch im Sitzen vor dem Schreibtisch zuhause aufstehen. 
Wieso "Herne 3"? Nun, für mich gilt und galt Aufstehen stets nicht nur politisch-gesellschaftlich, sondern auch privat. Es gab immer wieder Zeiten und Situationen, wo ich mich entnervt hingesetzt habe oder mir sogar sagte: Da legst di nieda. Und wo ich dann glaubte, es sei besser oder ich könnte gar nicht mehr anders als liegen zu bleiben. Aber irgendwann kam mir dann dieser Refrain in den Sinn: "Immer wieder aufstehn, immer wieder sagen: es geht doch!" Das war einer der Hits der deutschen Pop-Rock-Band "Herne 3", die ihre größten Erfolge in eben diesen frühen 80er Jahren hatte, in denen ich glaubte, meine Midlifecrisis nehmen zu müssen.
Der Refrain-Text kam mir auch in den Sinn, wenn ich politisch resignieren wollte, also aufgeben statt mir zu sagen: es geht doch. Aufstehn also. Nur wenn ich aufgestanden bin, kann ich auch gehen. Auf ein Ziel zu. Deshalb bin ich am 5. September 2018 aufgestanden. Wieder einmal. Welches Ziel? Dazu beitragen, dass noch mehr Menschen in Deutschland aufstehen anstatt in die Knie zu gehen. Wie z. B. die SPD vor der Kanzlerin oder Angela Merkel vor der Autoindustrie oder Daimler vor Trump. Wobei man nie weiß, ob diese Redensart gemeint ist im Sinn von "eine Demutshaltung einnehmen" oder "eigene Grundsätze aufgeben" (beide Möglichkeiten bietet der Redensarten-Index an). 
Vielleicht kommt es ja doch zu (einer) Bewegung von links her. Die es verhindern kann, dass die rechte Bewegung in unserem Land immer stärker wird, so wie in anderen Ländern, in Frankreich, Italien, Ungarn etc. etc. 
Nach Chemnitz geht ein Verharmlosen nicht mehr. Oder später einmal das weinerliche Gestammel "Das hab ich nicht gewollt. Das hab ich nicht gewusst." 
Gründe gibt es genug für ein Aufstehen.

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Was ich noch sagen wollte:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Kommunist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

Für alle, die in den Ferien NICHTS mitkriegen wollen

Urlaub! Ferien!! 36° im Schatten in Köln! Da gibt es nichts anderes als Ferienmachen. Das ist alternativlos, würde Angela Merkel sagen. Sagt sie ja gern. Damit hat sie das "Unwort des Jahres 2010" geschaffen. Das Unwort des Jahres 2017 ist... nein! Nicht die Schöpfung "wirkungsgleich" von Horst Seehofer. Obwohl auch das diesen Preis verdient hätte. 
Aber immerhin können CDU und CSU auf diese Art und Weise zumindest sprachlich wieder verschmelzen. Ihre Zusammenarbeit ist jetzt erneut wie stets zuvor alternativgleich und wirkungslos. 
Da freuen wir uns!

Alternative Fakten

Das ist das Unwort des letzten Jahres. Wieso eigentlich "Unwort"? Das ist doch eine Bereicherung! Es gibt inzwischen - statt wie bisher - nicht nur Fakten. Wir werden beschenkt und bereichert durch diese alternativen Fakten! Fakten sind jetzt eben nicht mehr alternativlos. Es gibt Tatsachen und alternative Tatsachen; die können genau das Gegenteil der beschriebenen Tatsachen sein.
Da sollten wir uns doch ebenfalls freuen drüber!

Der Segen der Digitalisierung

Verbreitet werden diese alternativen Fakten (ebenso wie ihre bisherigen adjektivlosen Geschwister) durch die Medien. Vor allem über das Internet. Deshalb ist es so wichtig, dass auch in Deutschland jetzt ganz schnell die "flächendeckende Digitalisierung" kommt. Das hat die Bundesregierung schon lange begriffen, bereits 2014 hat sie vollmundig davon geredet, aber gut Ding will bekanntlich... eben. 
Zu dieser Versorgung der Deutschen mit digitaler Hochpotenz... äh, nein: Hochfrequenz gehört natürlich auch und vor allem die Versorgung der Menschen bis in den letzten ostfriesischen Zipfel des Landes mittels Breitbart. Bitte? Oh, sorry, richtig: ich meine selbstverständlich Breitband. Breitbart ist eine US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite, schreibt Wikipedia Und diese ist, schreibt Wikipedia weiter, "rechtspopulistisch bis rechtsaußen verortet". Dafür gibt es ja hierzulande eine Menge Interessenten. Nicht nur die AfD.

Ganz abwegig ist es allerdings nicht, Breitband und Breitbart durcheinander zu bringen. Der "Verantwortliche für Veröffentlichungen" bei Breitbart (so Wikipedia) war von 2012 bis 2017 ein gewisser Stephen Bannon. Der gehörte auch an hervorragender Stelle zu dem Team, das einen gewissen Donald Trump im Wahlkampf beriet. Mit welchem Erfolg muss nicht besonders ausgeführt werden.
2017 ist er nun aus dem Dunstkreis des transgenialen amerikanischen Präsidenten ausgeschieden worden, der Bannon. Aber er hat weiterhin tolle Ideen. Er will jetzt in Europa eine Bewegung namens The Movement ins Leben rufen. Eine rechtsaußen angesiedelte Bewegung. So etwas, hat er mal angedeutet, wie "En marche" in Frankreich. Er hat sich bereits mit entsprechenden bedeutenden Führern in Europa getroffen. Zum Beispiel gebe es auch Kontakte zu der bedeutenden Alice Weidel, der ebenfalls bedeutenden Beatrix von Storch und dem ganz besonders bedeutenden Jörg Meuthen von der AfD. So heißt es. 
Zur Schaffung und Verbreitung von The Movement, das weiß der Breitbart Bannon, ist Breitband ein höchst willkommenes Hilfsmittel. Das sieht natürlich auch die AfD so. Wie man hört, soll der deutsche Ableger dieser Bewegung mit fest geschlossenen Reihen "Deutschland marschiert" heißen.
Da freuen wir uns schon wieder mächtig!

Zurück zu den Fakten

Wie oben gesagt, wir sind nicht mehr alternativlos. Es gibt nicht mehr nur "Fakten, Fakten, Fakten". Damit hat bekanntlich das Nachrichtenmagazin Focus mal geworben. Alternativ ist Fakten, Fakten, Fakten ein ARD-Film vom Jahr 2002 aus der Reihe der Münster-Tatorte. Doch! Das stimmt! Das sind True News, keine  Fake News! 
Zu Beispieln von putzigen Fake News kommen wir in einer der nächsten Stunden, liebe Kinder. Jetzt hat es erst mal geklingelt, jetzt gehen wir in die Pause, genauer gesagt: wir haben ja Urlaub! Ferien! Mit 36° Schatten in Köln, demnächst sogar über 40°. So ist das eben mit dem Klimawandel.
Und auch darüber müssen wir uns doch so richtig freuen. Denn das ist wiederum alternativlos.

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Was ich noch sagen wollte:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Kommunist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

Nicht verpassen!!

Kann sein, dass es nicht für alle NICHTSNUTZERINNEN was ist - aber eigentlich darf man (frau) es nicht verpassen: ein Münchener Kaufhaus hat ein einmaliges Sonderangebot im Sommerschlussverkauf:


So günstig gibt es das vermutlich lange nicht mehr. Ich nehme an, es gibt da die verschiedensten Modelle: Athleten, Leptosome, Hirnlose,Pykniker, Muskelprotze, Kleinwüchsige, Gebrauchte...

Alsdann: zuschlagen!

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Ceterum censeo Machismum esse delendum. (frei nach Cato dem Älteren) Auf gut deutsch: Ich denke übrigens, dass der Machismus endlich zerstört werden muss.

Großartige GroKo: Parteienfinanzierungsplus

Da soll noch eine(r) sagen, die Große Koalition streite bloß mit sich selber anstatt vernünftig zu arbeiten. Ein überzeugendes Beispiel: die Erhöhung der Parteienfinanzierung. Um 25 Millionen. Begründung: höhere Ausgaben für Kommunikation und Sicherheit. Recht so! Die Arbeit mit Fake News kostet enorme Summen. Und wer will schon, dass Abgeordnete welcher Partei auch immer entführt, vergewaltigt oder gar erschossen werden. Und diese Gefahr besteht! Erst vor kurzem wurde.. äh, ähm, jetzt hab ich gerade vergessen, wer... und was... und 1975 (oder war es 1957?) war doch dieser Skandal, dass... äh, ähm - egal! Jedenfalls geht das nicht so, wirklich nicht!

Die große Einigkeit

Dass CDU und CSU, zu 100 % einig (ausnahmsweise), dem Gesetzentwurf zustimmen, den sie selber mit eingebracht haben - klar! Höchst erfreulich aber, dass auch die SPD (ausnahmsweise) dem gesunden Menschenverstand ihrer Parteivorsitzenden von unten (Ortsverein) bis oben (Bundesverein) folgten und nicht dem Gemecker, Genöle und Gemotze einiger einfacher Mitglieder - das ist doch toll, oder? Und lässt uns voller Hoffnung auf weitere, ähnlich tolle Entscheidungen warten.

Einleuchtend

Besonders bemerkenswert auch die zutiefst sozialdemokratische Zusatzbegründung. Diese 25 Millionen, um die es hier geht, könnten - so heißt es - jetzt doch nicht mehr für weitere Militär-Ausgaben verwendet werden. Der Militärhaushalt 2019 in Höhe von 42,9 Milliarden (und damit 675 Millionen mehr als im Jahr zuvor) sei durchaus genügend, um die unersättliche Verteidigungsministerin von der Leyen zu beruhigen und außerdem den gefährlichen Putin abzuschrecken, dem man immer noch und für immer nicht trauen dürfe, trotz dessen durchsichtigem Trick, seinerseits die Militärausgaben zu kürzen. Die SPD sei mit alledem also der unendlichen Weisheit ihres kommissarischen Bundesvorsitzenden Olaf Scholz gefolgt, welcher das so entschieden habe. Zugleich sei das ein wichtiger Beitrag für den Frieden.

Konsequenz
 
Noch einmal: Recht so! Die SPD bleibt ihrem seit vielen Jahrzehnten so erfolgreichen Kurs treu. Ein weiteres aktuelles Beispiel: die Umbenennung der von Seehofer gewollten "Transitzentren" in "Transitverfahren". Ein kluger Schachzug der Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles. Damit sind Seehofer, Dobrindt und Konsorten stillgrinsend zufrieden, Angela Merkel sowieso, es kann mit dem fröhlichen und einträglichen (s.o.) Regieren weitergehen.
Zumal, wie gerade bekannt wurde, dem Herrn Seehofer das alles total am verlängerten Rücken vorbeigeht: er bleibt in seinem "Masterplan" einfach bei den "Transitzentren".
Hoch lebe die GroKo!
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Ceterum censeo Machismum esse delendum. (frei nach Cato dem Älteren) Auf gut deutsch: Ich denke übrigens, dass der Machismus endlich zerstört werden muss.
Aktuelle Figuren, die das ganz dringend nahelegen: Trump; Seehofer; Dobrindt; Söder; Spahn; Schröder; Salvini; Kurz; die Organisatoren der Berichterstatter der Fußball-Weltmeisterschaft in ARD wie ZDF...