NICHTS da

Vor kurzem hat Wolfgang Schäuble, der zu seinem Glück nicht wegen Meineids vorbestrafte aktuelle Bundestagspräsident gesagt, die Reichen sollten ihren Reichtum nicht zur Schau stellen. Er fand es auch nicht in Ordnung, dass sich Franck Ribery (das ist irgend so ein Fußballspieler) empörte, weil ihm vorgeworfen wurde, dass er in Dubai ein blattgoldverziertes Steak für 1.200 Euro verzehrt hatte. Er gab es den "Neidern, den Hatern..., die bestimmt durch ein gerissenes Kondom auf die Welt gekommen sind. F***t eure Mütter, eure Großmütter und auch euren Stammbaum." 
Aber zum Glück gibt es ja auch vernünftige Menschen, die das nicht so krass sehen, die haben dem armen Ribery Recht gegeben, zum Beispiel so ein Herr von der FDP.
Recht so! Ein so wichtiger Zeitgenosse wie Monsieur Ribery, der sicherlich durch einen planmäßigen Geschlechtsverkehr zur Welt kam, darf sowas. Und wo kommen wir denn hin, wenn ein Mensch nicht mehr zu dem stehen darf, was für ihn das Wichtigste ist - eben Geld? Und was er damit macht? Menschen von der untersten Sozialebene dürfen doch auch rumposaunen, dass sie unter der Brücke schlafen und ihr Einkommen durch das Sammeln und Einlösen von Flaschenpfand verdienen, oder!?

Außerdem ist der Stolz auf Reichtum ja auch ein Faktor, der international anerkannt wird. So etwa: Europas größter AutobauerEuropas größter Autobauer Volkswagen hat den Gewinn 2018 trotz Belastungen durch Dieselkrise und Abgasskandal gesteigert. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten kletterte auf 17,1 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger kürzlich nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilten. Im Vorjahr hatten 17,0 Milliarden zu Buche gestanden. Analysten hatten dieses Mal im Schnitt mit einem etwas niedrigeren Betriebsgewinn gerechnet. Die Rendite lag bei 7,3 (Vorjahr: 7,4) Prozent am oberen Ende der von Volkswagen prognostizierten Spanne von 6,5 bis 7,5 Prozent. Der Konzernumsatz kletterte um 6,3 Milliarden auf 235,8 Milliarden Euro. Darüber freut sich nicht nur der Konzern, auch der frühere Chef Winterkorn, dessen Rente sicherlich auch wieder steigen wird, so dass er nicht mit den paar schäbigen Millionen Abfindung auskommen muss wie bisher.

Und all das kritisiert nicht nur der Herr Schäuble nicht, auch die Frau Bundeskanzlerin Merkel lobt die deutsche Autoindustrie für ihren zur Schau gestellten Reichtum Jahr für Jahr. Und das nicht nur deswegen, weil sie dafür auch immer wieder nette Spenden bekommt.

Die uns regieren sind überhaupt mit guten Beispielen nicht geizig. Da haben doch kürzlich BMW und Mercedes beschlossen, zusammenzuarbeiten, u.a. um mit Künstlicher Intelligenz ihre Modelle der Zukunft attraktiv zu machen. Ich erwarte nun, dass sich in weiterer Kürze auch die Ministerpräsidenten der beiden Bundesländer, Baden-Württemberg und Bayern, diesem Vorbild anschließen. Das heißt, dass der Herr Kretschmann (liebevoll "unser Kretschele" gerufen) und sein Kollege, der Herr Söder ("Franken-Bazi") gemeinsam ein Programm entwickeln, das die Natürliche Dummheit ihrer Wähle*innen auf Dauer festigt.

Erfreulich ist auch, dass die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Frau Klöckner, nicht nur als Weinkönigin vorbildlich ist, sondern auch durch einfache, aber wichtige Hinweise an das deutsche Volk. Gerade denkt sie über einen weiteren Tipp nach: Ich weiß nicht, ob es unsere Mitbürger wissen: Es ist sehr angenehm und wirkt gebildet, wenn man mit Messer und Gabel isst. Ich selbst betreibe das seit ein paar Jahren und bin hoch zufrieden damit.

Ich auch, Frau Klöckner, ich auch!
__________________________________________________
Und ich bleibe natürlich dabei:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Marxist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

 

Das hat NICHTS zu sagen

Heute zum ersten, aber - so hoffe ich wenigstens - nicht zum letzten Mal: ein Text von meinem guten Freund seit Jahrzehnten, Erwin Faller. Er schreibt meist kurze Texte, mal Gedichte, mal sind es Aphorismen, ganz selten auch mal etwas längere Arbeiten.

Hier, zum Einstand, ein Gedicht:

SCREENSHOT

Manche
Manche wissen nicht mehr weiter
Manche mögen lieber schreien
Manche wollen Bomben schmeißen
Manche haben volle Nasen
Manche könnten bloß noch kotzen
Die Zahlen wachsen derer, welche
schon ein nahes Ende sehen
dieser Demokratie

Die meisten
Die meisten lassen andre reden
Die meisten zucken mit den Schultern
Die meisten flüchten ins Private
Die meisten haben keine Ahnung
Die meisten wussten es schon immer
Die Zahlen dieser meisten waren
einst und immer nur die größten
in der Demokratie

Einige
Einige sind bleibend hoch zufrieden
Einige genießen Privilegien
Einige bestimmen Weg und Ziele
Einige verachten die Verlierer
Einige sind stolz und stets nur wenige
Die Zahlen dieser wenigen, sie
wachsen schnell und immer schneller
in dieser Demokratie

Andere
Andere aber geben noch nicht auf
Andere aber wollen sich noch wehren
Andere aber organisieren Proteste
Andere aber nutzen die Medien sozial
Andere aber wagen noch Hoffnung zu haben
Die Zahl dieser anderen ist noch
klein, aber sie könnten die wichtigsten sein
in der Demokratie

Manche kann man verstehen
Die meisten sind nicht mehr zu erreichen
Einige machen wütend und wecken Aggressionen
Die anderen aber werden gebraucht, heute
in der Demokratie

Zu oft kein Juvenal…

Mehr und mehr geraten wir in Zeiten, in denen die Realität die zugespitzte Übertreibung ist. Beispiel: was sich in Italien politisch so abspielt. Silvio Berlusconi, ausgerechnet der, der offenbar so wenig wegzukriegen ist wie Schweißflecken auf einem Schafwoll-Unterbett, dieser Berlusconi spricht davon, dass die gegenwärtige italienische Regierung - gebildet aus der rechtsextremen Lega und der Populistenansammlung Movimento 5 Stelle - undemokratisch sei, sozusagen die Vorstufe einer Diktatur.
Die beiden Parteichefs, jeweils Vizepräsidenten, weil keiner dem anderen gönnte, Präsident zu werden, schlagen zurück: Berlusconi rede wie ein "frustrierter Linker" (!), sagt Salvini. Und Signor di Maio setzt gleich seine Attacken gegen eine freie Presse fort, die er schon am 8. Oktober des letzten Jahres (in der Repubblica nachzulesen) ausposaunt hat: das müsse man unterbinden, man müsse diese frechen Journalisten betrafen. Und wenn das nicht helfe, müsse man zu schärferen Maßnahmen greifen: die Herausgeber solcher Zeitungen zur Aufgabe zwingen, u.a. durch die Einstellung öffentlicher Unterstützung. 

Wunderbar demokratische Einstellungen. Wie sie auch die AfD vertritt ("Lügenpresse"). Das sind Fakten, die durch Satire nicht mehr zu übertreiben sind. 

An weiteren Beispielen fehlt es nicht. Nur als Stichworte: Donald Trumps Lügen. Die Vorgänge in Venezuela. In Deutschland: eine Regierung, welche dafür sorgt, dass wir das einzige Land in Europa sind, in welchem öffentliche und großflächige Werbung für Tabak-Konsum noch möglich ist. Oder welche gegen angeblich zu hohe Grenzwerte für den NO2-Ausstoß ein Heer von Kritikern, darunter hochwohllöbliche (und teure?) Professoren, aufbietet. Undsoweiter. Undsoweiter.

Wie lässt sich all das satirisch übertreiben? Es sei schwer, hat der römische Satirenschreiber Juvenal gesagt, keine Satire zu schreiben.
Wenn er heute leben würde, müsste er wohl oft genug sagen: Difficile est saturam scribere - Es fällt schwer, eine Satire zu schreiben...

Wundervoll und ohne Visionen

Weil in diesen Tagen natürlich alle Welt auf das Drama "Brexit" starrt (inzwischen auch auf Venezuela, richtig), werden andere wichtige Vorkommnisse kaum wahrgenommen, obwohl sie ebenfalls unglaublich bedeutungsvoll sind, z.B. die Geschehnisse Silvio Berlusconi und Gerhard Schröder.

Beginnen wir mit Berlusconi

Am Freitag, dem 18. Januar 2019, berichtete (nicht nur) die italienische seriöse Tageszeitung Repubblica, dass zur großen Überraschung aller Silvio Berlusconi seinen Entschluss verkündet habe, bei den kommenden Europawahlen zu kandidieren". Für seine Partei FI (Forza Italia). Ein wunderbarer Entschluss im Land der vielen anderen Wunder! Aber warum? “Aus Verantwortungsbewusstsein habe ich mich in meinem reifen Alter entschieden, nach Europa zu gehen, dem eine tiefgreifende Vision für die Welt fehlt”. 

Berlusconis tiefgreifende Vision - zunächst mal für sein Heimatland Italien, die Welt kann sich ja hinterher anschließen - diese Vision ist es, eine Politik zu machen, die jedem Italiener und sogar einigen Italienerinnen die gleiche Entwicklung ermöglicht, die er selbst durchlaufen hat. Und zu dem gleichen Ergebnis zu kommen wie er: ein Vermögen von 6,6 Milliarden USD zu erarbeiten, durch frühes Aufstehen, den ganzen Tag, jede Woche und sämtliche Monate seinem Job zu widmen und äußerst sparsam mit seinen Ausgaben umzugehen. Gut, vielleicht muss der eine oder die andere dafür zehn oder 15 Jahre länger arbeiten. Aber das lohnt sich doch!

Bitte? Berlusconi sei doch verurteilt und dürfe keine politischen Ämter mehr bekleiden? Hahaha, das war mal! Seit dem 12. Mai letzten Jahres darf er wieder. Wieso? Alle, die das genauer interessiert, können das selbst nachlesen, hier.

Fahren wir fort mit Gerhard Schröder

Auch von ihm gibt es Sensationelles zu erzählen. Der schmerzhafte Gedanke, so erklärt der ehemalige Superkanzler, habe ihn überfallen, er und seine großartige Politik könnten möglicherweise nicht völlig unschuldig an dem Erstarken der AfD sein. Das wolle und könne er nicht in der Welt stehen lassen. Er habe deshalb einen wichtigen Entschluss gefasst.
Welchen Entschluss? 

In der wenigen Zeit, den ihm seine intensive Freundschaft mit Wladimir Putin, seine Arbeit unter anderem als Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG (Ostsee-Pipeline) sowie Rosneft und nicht zuletzt seine fünfte Ehe mit der Koreanerin Soyeon-Kim noch lässt, hat der G-Punkt Schröder beschlossen, in (immer noch) seiner Partei wieder aktiv zu werden und für ein Europamandat zu kandidieren. Dass als Spitzenkandidatin bereits Katarina Barley bestimmt worden ist, kann ihn nicht daran hindern, Frauen und Gedöns hat er stets richtig einzuschätzen und zu behandeln gewusst. Bitte? Angela Merkel? Aber ich bitte Sie! Wissen Sie, was Herr Schröder immer über die Frau sagte, die ihn als Kanzler abserviert hat? Sie wissen es nicht? Ich - dem Himmel sei Dank! - auch nicht. Aber ich kann es mir denken.

Als Begründung hat der alte Kanzler angegeben: “Aus Verantwortungsbewusstsein habe ich mich in meinem reifen Alter entschieden, nach Europa zu gehen, für die Partei, der eine tiefgreifende Vision für die Welt fehlt”. (Da hat er ja nicht so ganz Unrecht). Außerdem müsse er unbedingt dafür sorgen, dass diese idiotischen AfD-Wählerinnen und -Wähler, die als Begründung für ihren Schritt seine Politik angeben, aufgeklärt würden und zurückkehren. Zur SPD also.

Diese beiden Geschehnisse sind einfach... äh, äh, gerade erreicht mich die Nachricht, dass die ganze Geschichte Schröder eine rein (von wem weiß der Teufel) erfundene Geschichte ist, richtig: Fake-News! Leider bin auch ich nicht davor gefeit, auf sowas hereinzufallen, wenn selbst großen Tageszeitungen und Rundfunk- und Fernsehstationen das passiert.

Aber das mit Berlusconi, liebe Leserinnen und Leser, das stimmt! 
  
So viel für heute. Beim nächsten Mal dann wieder etwas wirklich Wichtiges. Versprochen!

 

Neues NICHTS – immer mal wieder auch 2019

Buon anno! Happy new Year! Prost Neujahr! Drei Tage jung, dieses 2019, ein neues Jahr, aber alles beim Alten. Eine Prügelei betrunkener Asylbewerber (17 bis 19 Jahre alt) in Amberg (Bayern) ist wieder für den unbeugsamen Herrn Seehofer ein gefundenes Fressen. Prompt rülpst er nach dessen Genuss die Forderung nach schärferen Gesetzen heraus. Mahlzeit!

Wo ist eigentlich die Frau Merkel? Lange nichts (auch NICHTS) mehr gehört und gelesen von ihr. Ich vermute, sie schläft sich mal richtig aus, erholt sich von diesem Stress, heute Nigeria (begrüßt von einer Soldatenkohor... äh, sorry: -eskorte), morgen China und Chile (jeweils willkommen geheißten mit dem gleichen blöden Tschingderassabum), übermorgen Albanien (dito, immer und überall); und sie träumt von einem würdigen Ende ihrer Polit-Karriere und einem neuen Job danach (Nein! Nicht sowas doofes wie in welchem der Gpunkt Schröder seine schmale Kanzler-Pension aufbessert).

Mit einem militärischen Angriff - von wem eigentlich? - auf Deutschland rechnet ganz fest auch die Frau von der Leyen. Anders, das weiß sie, lässt sich die ständige Erhöhung der Militärausgaben um Milliarden Euro nicht erklären, was sie ständig tun zu müssen glaubt.

AfD-Gauland, mit immer der gleichen kindischen Krawatte, bestreitet sich erinnern zu können, dass er eine größere Bestechungssumme von einem nahmhaften deutschen Unternehmen bekommen habe. Er verdiene als Bundestagsabgeordneter genug für ein halbwegs angenehmes Leben. Das immerhin stimmt ja.

Auch Europa hält Kurs. Monsieur Macron hat den Gelb-Westen zugesagt, er werde auf den geplanten Kauf eines neuen Smoking aus dem Haus Lacoste verzichten und das dafür vorgesehene Geld zur Erhöhung des Grundeinkommens der Franzosen zur Verfügung stellen. Auch werde er seine Landsleute nie mehr mit den "unbeugsamen Galliern" aus Asterix und Obelix vergleichen.Wie er es Ende August 2018 in Dänemark tat.

Matteo Salvini hat große Pläne, wie es sich für einen Mussolinipote¹ ziemt: erst ein Treffen mit dem polnischen Führer Kazcynski, dann ein Besuch bei Bolsonaro, den er genau so bewundert wie sein großes Twitter-Vorbild Donald Trump (Salvini: "Gute Arbeit, Präsident Bolsonaro!", Trump: "...großartige Antrittsrede - die USA sind an Ihrer Seite"), schließlich eine Konferenz mit weiteren großartigen Rechts-Vertretern Europas, die Kontakte gibt es ja schon länger, mit Madame Le Pen zum Beispiel oder Herrn Orbán, Herrn Sebastian Kurz, den Herren Gauland und Meuthen (AfD). Die freuen sich schon mächtig auf den 26. Mai, genau: die Europa-Wahlen. Ich übrigens auch.

Bei all diesen reizenden Vor- und Nachbildern, mit den gleichen Radikalen des Rechts, darf natürlich auch Mister Trump nicht fehlen. Auf Zitate oder Darstellungen seiner Einstellungen und Pläne verzichte ich aus Platzgründen, es genügt die Lektüre der Zeitungen und das Anschauen der Nachrichtensendungen jeden Tag. Nur eine kleine lustige Anmerkung: er will sich, so ahne ich, die Baupläne besorgen, mit denen die DDR damals die großartige Mauer erbaut hat, vielleicht, meint er, könne das ihm bei seinem Vorhaben an der mexikanischen Grenze helfen. Die Bundesregierung hat sich zu dieser putzigen Parallele bisher noch nicht geäußert, soweit ich weiß.
 
Aber auch die andere Weltmacht, neue Mitspielerin im "Wir-zuerst"-Konzert der ganzen Welt, will da nicht fehlen: der chinesische Präsident Xi hat - wie mir aus allen angeblich zugänglichen Quellen irgendwie bekannt - seine 373 aktuellen kommunistischen Milliardäre zu einem Treffen gebeten; er will sie bitten, eine gewisse Summe von Yuan zur Verfügung zu stellen, womit er die Präsidentin von Taiwan zu kaufen hofft. So könne er, denkt er, eine angekündigte gewaltsame - also militärische - Wiedervereinigung mit der abtrünnigen Insel vermeiden.

Alles in allem, wie eingangs schon ausgeführt: Prost Neujahr! Buon anno! Happy New Year allerseits!
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¹Nipote (ital.) Enkel
Übrigens - auch 2019 bleibe ich dabei:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Marxist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.

AKK usw.

Sicher: ob die neugewählte CDU-Vorsitzende die nächste Bundeskanzlerin wird, ist ein bedeutenderes Thema. Dennoch: gleich in der zweiten Reihe steht die Schwierigkeit mit ihrem Namen: Annegret Kramp-Karrenbauer. Die JournalistInnen tun sich schwer damit, nicht nur die deutschen, auch weltweit, wie Wulf Rohwedder in einem launigen Schlusswort in tagesschau.de gerade beschrieben hat.
Der Ausweg - alle wissen es - ist die Kurzform AKK. Aber das hat Folgen. Man merkt das heute noch nicht, aber ich muss einfach darauf aufmerksam machen. Dass sich nämlich unsere Medienmenschen mit dieser neuen Form der Namensnennung anfreunden werden. Und es werden alsbald Sätze in Artikeln erscheinen wie etwa die folgenden Beispiele.

Gestern hat die neue Vorsitzende der CDU, AKK, in einem längeren Telefonat mit ihrer Vorgängerin, AM, die nächsten Schritte besprochen.
Nicht davon informiert zu sein, empörten sich die beiden rechtsradikalen - bitte? Nein, das ist keine Diffamierung, das beschreibt nur eine durchaus verfassungsschutzzulässige politische Auffassung (siehe "Radikal") - also  die beiden Vögel des rechten Flügels der CDU, WSch und FM. Zustimmung gab es dafür von RK und - ein bisschen überraschend - von BV. Dessen Bruder HJV fand das alles wieder mal empörend, JS dagegen fand nichts dabei, er sei ja noch so jung, meinte er. AN allerdings schimpfte, der Kollegin AKK werde dadurch ungehörig viel zusätzliche Aufmerksamkeit geschenkt, die eigentlich ihr gebühre. MSch lachte da nur verhalten. LK und PZ trafen sich überraschend zu einem Meinungsaustausch, wie groß die GRoKo derzeit überhaupt noch sei, und warum UvdL nicht eine bessere Kandidatin als AKK gewesen wäre. 

Weltweite Folgen

Den Sprung in die Internationalität dürfte die neue Methode in Kürze ebenfalls schaffen. Man darf gespannt sein, wie DT und WlP darauf reagieren, ob EM verhalten schmunzelt, während MS ein weiteres Vaffanculo posaunt. Bald werden wir auch Neues erfahren von RTE, MLP, TM, VO, SB (der erstaunlicherweise immer noch in der italienischen Politik mitmischt.

Allein bei dem Staatspräsient der VR China dürfte sich eine entsprechende Abkürzung erübrigen. 

Die Würde des Friedrich Merz

Da erreicht mich die Frage, ob ich denn den Herrn Merz so ungeschoren lassen will. Nun, den Herrn Merz zu scheren, finde ich unnötig. Aber ich will die Frage vernünftig beantworten. Doch, doch, ich halte den Herrn Merz absolut für NICHTSwürdig! Der Herr Spahn ist das noch viel mehr, richtig, aber mit dem hab ich Mitleid und Feingefühl. Mitleid wegen seiner Umfrageprozente (6 %); und Feingefühl, weil ich gelesen habe, dass er sein Testament gemacht hat. Naja, sooo schlimm ist es auch wieder nicht, wenn er nicht CDU-Vorsitzender und dann Bundeskanzler wird. Es wäre viel schlimmer, wenn er es würde. Nicht für ihn - für uns. Aber er hat sein Testament ja auch schon vor Jahren gemacht. Das zeigt, dass er immerhin über einen gewissen Weitblick gebietet.
Doch ich will nicht so viel von dem Herrn Spahn reden. Sonst nötig mich Wordstar noch, dass ich aus optischen gründen ein Bild von ihm hier in den Text einbaue. Schrecklich! Und dann noch aus optischen Gründen!


An alle Merzgefallenen 
(siehe dazu: Wikipedia)
Also schnell zu dem Herrn Merz! Der ist auch viel NICHTSwürdiger. Er würde, wenn er es würde, als Kanzler auch viel größere Teile unseres Volkes vertreten. Die ganze Mittelschicht! Unser Volk ist ja so etwas wie ein Kartoffelgratin: mehrere Schichten übereinander. Und wenn der Herr Merz (sich) zur Mittelschicht rechnet (rechnen kann er ja gut), dann bilden bei uns die Millionäre die Mittelschicht. Die würde er dann vertreten, als Kanzler. Mich nicht. Angesichts meiner Rente zähle ich (mich) zur Unterschicht, vielleicht zur Oberen Unterschicht meinetwegen. 

Würde zeichnet den Herrn Merz überhaupt sehr aus. Er würde z.B. auch gern das Grundgesetz ändern, also den Asylartikel. Er würde die nächsten Wahlen für die CDU gewinnen, sagt er. Er würde die AfD-Zahlen halbieren. Nein! Nicht die Zahlen der Spenden für die AfD. So dick hat er es auch wieder nicht, das sollen ruhig mal die Leute aus der Oberen Mittelschicht machen, so die Milliardäre wie der August von Finck etwa.

Was ein richtiger Merz ist, soll eingehen wie ein Löwe und ausgehen wie ein Lamm
(Bauernweisheit)

Da ist noch einiges zu erwarten, also von dem Herrn Merz jetzt. Ich denke, er würde auch die Steuern senken, für die Mittelschicht. Er würde die Autoindustrie hätscheln, noch mehr sogar als die schwindende Bundeskanzlerin. Er würde das von der SPD bald so schmählich verratene Hartz IV retten, er würde den Schröder-Schlachtruf "Fördern und fordern" ergänzen um "Strafen statt schlafen". Er würde womöglich auch gern mal ein bisschen über die Wiedereinführung der Todesstrafe plaudern (und am nächsten Tag würde er sagen, so habe er das gar nicht gemeint). Er würde, nach Rücksprache mit Heckler & Koch, die Waffenexporte auch in alle Krisengebiete der Welt erleichtern, getreu dem Motto seines Freundes im Geiste, Donald Trump: wenn ein Angegriffener zurückballern könnte, peng peng peng, dann wäre ganz schnell Ruhe im Kartong.

Schon ein bisschen schade, dass ich nicht zur Mittelschicht zähle, noch nicht mal zur Unteren Mittelschicht. Sonst würde ich ihn sicherlich unterstützen, den Herrn Merz, wenn er Kanzler würde. Ich hab ja auch meine Würde. 
Auswandern würde ich nicht, nach seiner Wahl. Aber unglaublich ärgern würde ich mich schon. Und ich würde mir Sorgen machen machen, wie es dann weitergeht, mit unserem Land. Obwohl: auch als  Bundeskanzler wäre der Herr Merz doch immer wieder ganz oft so richtig NICHTSwürdig.

Da bin ich mir sicher.

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Treffend
Neulich traf ich einen Herrn mit Trenchcoat und Schlapphut. Und in der Unterhaltung mit ihm sagte ich, in meinen politischen Auffassungen sei ich ganz radikal.
Ach, machen Sie sich nichts draus, antwortete er. Das sind wir auch alle.

Radikal

Es freut mich natürlich, wenn ich von Menschen höre, die NICHTS vermissen. Hier also - nach längerer, nicht weiter begründeter Pause - wieder einmal NICHTS.
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Warum ich linksradikal sein dürfte, wenn ich wollte

Die ARD hat für Rechtsradikale Verständnis. Die gehören bei uns einfach dazu. Die haben ihren legitimen Platz bei uns. In unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung.

Also bitte, Herr Frank! Was zu weit geht, geht zu weit!! Wie kommen Sie denn zu einem so unverschämten, ja geradezu geschmacklosen und dazu noch falschen Urteil!? Sind Sie neuerdings auch ein Friend im weltweiten Fakebook?

Langsam! Laaangsaaahm!! Der Reihe nach. Lesen Sie mir bitte einen Augenblick zu!

Warum wir Bolsonaro als rechtsextrem bezeichnen

Das ist die Überschrift eines Beitrags auf tagesschau.de (27.10.2018, 02:15 Uhr) Interessant, nichtwahr? Und mutig, gell? Eine solch kühne Auffassung muss doch einen gewichtigen Grund haben. Eine richtige Begründung. Sowas sagt man doch nicht einfach so dahin!

Ich will mal ausschließen, dass die ARD Schiss hat. Davor, dass dieser nun an die Macht gekommene neue Präsident Brasiliens die tagesschau.de liest und sagt: Ja spinnen die denn? Und dass er dann sagt, diese Kerle von der ARD müsse man  sofort umbringen! So wie er es über den Ex-Präsidenten Fernando Henrique Cardoso gesagt hat, wegen dessen Wirtschaftspolitik müsse man ihn umbringen. Wer wird schon gern umgebracht. Da hält man diesem... diesem Herrn Präsidenten Verschiedenes vor. Hören Sie, schreibt man, Sie haben doch auch noch gesagt, mit Wahlen würde man nichts erreichen. Das gelinge nur, wenn man die "Arbeit der Militärgeneräle vollendet und 30 000 Korrupte umbringt". Und Sie haben noch weitere stichhaltige Begründungen geliefert, um sich den Titel rechtsextrem zu verdienen, Ihre Frauenfeindlichkeit, Ihre Homophobie zum Beispiel und Ihr aggressiver Nationalismus, Ihre Ablehnung der pluralistischen Gesellschaft und Ihre Hetze gegen ethnische Minderheiten wie Indigene und Afrobrasilianer.

Na, das muss doch den Herrn Bolsonaro nachdenklich machen. Und er muss doch verstehen, warum wir von der "ARD den Begriff "rechtsextrem" für am besten geeignet (halten), um trennscharf zu definieren, wie Bolsonaro politisch einzuordnen ist". Und dann wird er sicher auch seine schrecklichen Drohungen zurücknehmen, vielleicht sich sogar entschuldigen. Dann müssen wir auch keine vollen Hosen mehr haben. 

Vom Unterschied zwischen "rechtsextrem" und rechtsradikal"

So weit, so gut Auch ich verstehe das. Aber in dem genannten Beitrag gibt es noch eine weitere Ausführung, die mich sehr beeindruckt hat. Ich will sie deshalb wörtlich zitieren:

Laut Verfassungsschutz haben radikale politische Auffassungen in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung ihren legitimen Platz. Der Begriff "rechtsradikal" bezeichnet also eine Strömung, die nicht zwangsläufig gegen die Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verstößt. 

Ach! Ach nee! Das wusste ich nicht! Jetzt verstehe ich auch den Herrn Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz im Ruhestand (also nicht der Verfassungsschutz ist im Ruhestand, nur sein Präsident). Der ist nämlich nicht rechtsextrem, sondern eben bloß rechtsradikal. So wie offenbar große Teile des deutschen Verfassungsschutzes auch.
(Das in nebenstehendem Bild den Hintergrund bildende Bild ist nicht nur keine Absicht, sondern in genau dieser Form rein zufällig im Netz gefunden)

Denkt man das logisch weiter, kommt man zu meinem in der Überschrift dargelegten Ergebnis. Ich meine: radikal ist nun mal radikal. Rechtsradikal, radikal demokratisch, radikal idealistisch, radikal naiv - egal, Hauptsache radikal. Wäre ich also linksradikal, hätte ich in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung meinen legitimen Platz. Weil ich doch zu einer Strömung gehöre, die nicht zwangsläufig gegen die Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verstößt.

Konsequenz. Und eine Frage

Sehr schön! Ich werde mir das überlegen. Bloß - irgendwas irritiert mich. Nämlich eine Aussage des Herrn im Ruhestand. In seiner Abschiedsrede hat er gesagt: seine Entlassung sei von grünen und linken Politikern gefordert worden. Von "linksradikalen Kräften in der SPD". Ja, gibt es die denn noch? Und wieso hat er was gegen die? Die stehen doch auf dem gleichen Boden wie er. Sie haben eine radikale linke Auffassung, er hat eine rechtsradikale Auffassung, na und?

Ich vermute mal, er hat sich versprochen. Er wollte sagen "linksextremistische" Kräfte in der SPD. Dann nämlich gehören sie beobachtet. Und verfolgt. Wie all die Menschen, die sich seinerzeit Berufsverbot erworben haben. Weil sie nicht kapiert haben, dass sie bloß hätten sagen müssen: ich bin bloß linksradikal, nicht linksextremistisch. Dann wäre ihnen gar nichts passiert.

Gut zu wissen, das alles!

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Heute passt es besonders gut:

Wenn ich früher gesagt habe, 
ich sei Marxist,
habe ich Hass geerntet, Mitleid, Spott.
Heute erlebe ich das Gleiche, wenn ich sage,
ich bin Feminist.
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Ach, und noch was, passend zu einem ausführlichen Bericht im Programm "Kontraste" über die Zustände bei der Deutschen Bahn. Ich habe von einem nicht genannt werden wollenden Reisenden gehört, er habe folgende Durchsage auf dem Kölner Hauptbahnhof gehört:
Meine Damen und Herren, sehr verehrte Reisende! Der soeben auf Gleis 3 eingefahrene ICE nach Hamburg ist in dieser Woche bereits der zweite Zug, der pünktlich angekommen ist.